Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 412 (sequence 13)
- Language
- German
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412 Die.Religionsphilosophie des Abraham ikm Daud aus Toledo. Gott als den Urheber ihrer Existenz voraussetzt; das aber bedingt schon eine gewisse Gegensätzlichkeit in ihrem Wesen, nämlich die zwischen der bloßen Möglichkeit der Existenz, die ihr ihrem Wesen nach, und der Nothwendigkeit der Existenz, die ihr durch ihren göttlichen Urheber zukommt'). Durch diese, unmittelbar aus Gott hervorgegangene, erste Emanation wird nun das Schöpfungswerk weiter geführt, indem dieselbe in Folge der in ihr vorhandenen Verschiedenheit zwischen der Möglichkeit ihres Wesens und der Nothwendigkeit ihrer Existenz auch zwei verschiedene Emanationen aus sich hervorgehen läßt; und zwar emaniren aus ihr dadurch, daß sie die Einheit des göttlichen Wesens vorstellt, ein zweites reingeistiges Wesen, eine zweite Intelligenz, und dadurch, daß sie sich selber und die in ihr herrschende Verschiedenheit vorstellt, die erste Himmelssphäre, in welcher darum auch schon eine Verbindung von Materie und Form, von Körper und Seele angetroffen wird. In gleicher Weise setzt sich die Schöpfung vermittelst der zweiten Intelligenz fort; diese erzeugt nämlich durch die Vorstellung des göttlichen Wesens eine dritte Intelligenz und durch die *) Bei dieser Gelegenheit poiemisirt A. b. D. wieder gegen Gebirol. Man kann zwar, meint A. b. D., für die in der ersten Intelligenz hervortretende Verschiedenheit zwischen der Nothwendigkeit der Existenz und der Möglichkeit des Wesens in der zwischen der Möglichkeit des Stoffes und der Wirklichkeit der Form herrschenden Verschiedenheit eine Analogie finden; Gebirol aber habe, entweder weil er sich ungena n ausgedrückt oder aus wirklichem Mifiverständniß diese Analogie zu einer Identität erhoben und schon der ersten Intelligenz eine Zusammensetzung aus Form und Stoff zugeschrieben. Em. Ram. S. 64 Text, deutsche Uebers. S. 80; vgl. S. 12 Text, deutsche Ubers. S. 17. Denselben Einwand erhebt gegen Gebirol auch 'Albertus Magnus (Summa theologiae pars I, tract. IY, quaestio XX, Munk Melanges S. 273 Anmerk. 1) : bisse tarnen in ipsis ineorporalibns, in qnantnm facta sunt, primum subjectum, quod quasi fnntlarnentnm 8st eoi'uni, quibus ad esse perfectnm determinatur, quod cum materia nec idem specie nec genere est, sed similitu dineni habet ad ipsum secnndum proportionem.