Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 409 (sequence 10)
- Language
- German
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Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. 409 bestreben. In den getrennten Intelligenzen wird dadurch ebenso wenig eine Veränderung oder Bewegung erzeugt, als in dem Geliebten durch die Sehnsucht des Liebenden an sich eine Bewegung hervorgebracht wird. So sagt auch Salomo ibn Gebirol in einem seiner Gedichte: ״Und sein Wesen jenem gleichzumachen strebt er, wie nach dem Freund der Sehnsuchtsvolle schmachtet" *). finden und diese bekanntlich eine ordensähnliche Gesellschaft bildeten, daß A. b. D. mit dem ״Volke" die lauteren Brüder meint. Freilich weichen die Ansichten der lauteren Brüder auch wieder von den bei A. b. D. angeführten in manchen Stücken ab; so findet sich z. B. in der Darstellung A. b. D.'s Nichts der ״Allseele" der l. Br. Analoges. An einer früheren Stelle hatte A. b. D. eine Ansicht des ״Volkes" über die verschiedenen Stadien der menschlichen Vernunfterkenntniß angeführt, Em. Ram. S. 37 Text: וכבר הסכימו העם לקרא שכל האדם קודם הגיעו הראשונות, אליו: שכל ככה, ולקרא אותו אחר הגיעו לו הראשונות: שכל בפועל, ולקרא אותי אחר הגיע לו החכמות: שכל נקנה. Daß auch die SMia sich zu dieser Ansicht bekannten, geht aus Schahrest. II. S. 21 hervor: ״Und ihr (der geistigen Wesen) Wissen ist ein universelles, während das Wissen der Körperwesen ein partielles ist, ihr Wissen ist ein thätiges, während das Wissen der Körperwesen ein p a s s i v e s ist, ihr Wissen ist ein durch die Naturanlage gegebenes, während das Wissen der Körperwesen ein erworbenes ist"; vgl. das. S. 32; S. 56. An der letztangeführten Stelle werden die Beziehungen der ״hylischen" (d. i. potentiellen), ״wirkenden" und ״erworbenen" Vernunft zueinander weitläufig erörtert, freilich von den Rechtgläubigen, jedoch so, als ob auch die Szubia dieser Eintheilung zustimmten. Die Unterscheidung zwischen potentieller und wirklicher Vernunft findet sich auch bei den lauteren Brüdern, vgl. z. B. Dieterici. Die Anthropologie. S. 129, und ebenso die zwischen der von Natur eingegebenen und der erworbenen Erkenntniß, Dieterici. Die Philosophie der Araber im X. Jahrhundert, Einleitung und Makrokosmus. S. 173, wo jedoch die von Natur eingegebene Erkenntniß nicht, wie Dieterici glaubt, auf die menschliche Vernunft, sondern auf die Vernunft als erste Emanation zu beziehe!l ist. 1) Em. Ram. S. 61 Text: ועל זה האופן חשבו שיהיה הנעת אלה העצמים הנכבדים לעצמי השמים, רצוני על צר תשוקת המתנועע להדמות במניע, לא על צד ההנעות, אשר כאשר הניעם המניע, היה הוא ג״כ מתנועע, אבל כמו שהחושק על דרך משל, כאשר הרגיש שלמות החשוק חתפעל והתנועע מבלי שיתנועע החשוק כלל ולא ישתנה, וזה הענין סדרו ד שלמה אכן גבירול ז" ל ואמר: והוא נכסף לשומו יש כמו יש כמל חושק אשר נכסף לדורו. Hier, wo er seiner zustimmend Erwähnung thut, nennt A. b. D. Gebirol auch das einzige Mal mit seinem vollen Namen. Dasselbe Bild findet sich übrigens auch Mekor Chajim V? §. 48,