Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 407 (sequence 8)
- Language
- German
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Die Religionsphilosüphie des Abraham ihn Daud aus Toledo. 407 vermöge ihrer reinen Wirklichkeit selber jeder Art von Bewegung unzugänglich sind, in der Weise gedacht werden, daß ihre Seelen, rechtfertigen, daß bei den Arabern in der That vielfach von dem ״Volke" der Szabia die Rede war. So werden auch Ln der Disputation zwischen Sabäern und Rechtgläubigen bei Schahrestani die Szabia von den Rechtgläubigen als ״Volk der Szabia" angeredet. Schahrestani II, S. 18, 32, 93 u. a. Wie jedoch Chwolsohn (Die Ssabier und der Ssabismus. Petersbürg 1856. 2 Bde.) nachgewiesen hat, ist unter den, bei späteren mnhammedanischen Schriftstellern erwähnten, Szabiern nicht die im Koran mit diesem Namen belegte Sekte der babylonischen MendaNen oder Johannischristen zu verstehen (Sure II, 59: ״Hingegen werden die Gläubigen, sie mögen Juden, Christen oder Szabier sein" u. s. w.; Sure V, 73; Sure XXII, 17: ״Wahrlich am Tage der Auferstehung wird Gott zwischen den Gläubigen, den Juden, Szabiern, Christen, Magiern und Polytheisten unterscheiden"); man muß vielmehr bei diesen Szabiern entweder an die syrischen Heiden in Harren denken, die im neunten Jahrhundert, um der Verfolgung durch den Chal!fen el-MZ.mün zu entgehen, diesen Namen angenommen haben (Chwolsohn I, 139), oder, wo von spekulativen Religionslehren der ״Szabier" die Rede ist, ״an die neuplatonische Auffassung des Heidenthums von Seiten der heidnischen Gelehrten in Mesopotamien zur Zeit des Chalifat^s". Als die Hauptquellen für unsere Kenntniß der religionsphilosophischen Ansichten der sogenannten Szabier wurden bisher erstens Schahrestani's Bericht über dieselben (II, 4—60) und dann die Darstellung der sabäischen Lehren bei Maimonides (More I, 63, 71; III, 29, 30, 32, 37, 45—49 u. a. O.) angesehen. Wie Chwolsohn (1,681) zeigt, sind jedoch in dem Berichte Schahrestani s die Lehren der szabischen Religionsphilosophie schon vom muhammedamschen Gesichtspunkte aufgefaßt und die Angaben Schahrestänis daher nur mit Vorsicht Zu benutzen. Die Disputation zwischen ״Sabäern und Rechtgläubigen" bei Schahrest, ist jedenfalls keine historische Quelle im strengen Sinne, denn, wie wir bereits bemerkt haben (Monatsschrift Jahrg. 1878. S. 207), wird in derselben, allerdings von den Rechtgläubigen, u. A. schon die ganze Psychologie Jbn-S!na's vorgetragen. Immerhin aber hat Schahrestani in seiner Darstellung doch eine bestimmte Sekte, die harrsnische Szabia, im Auge und hat seine Nachrichten über dieselbe zum Theil auä guten, historischen Quellen geschöpft. Die Darstellung des Maimonides hingegen erweist sich bei genauerer Untersuchung als werthlos für die Kenntniß der Religionsphilosophie der harränischen Szabia, da Maimonides unter dem Szabismus nicht eine bestimmte Sekte oder philosophische Schule, sondern das Heidenthum überhaupt versteht und daher die Ansichten der Szabier weniger nach historischen Quellen als nach seiner Auffassung der heidnischen Religionsanschauungen wiedergiebt (Chwolsohn I, 689).