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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 9 · p. Seite 389

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 9
Article
Zur Geschichte der Falaschas (abessinische Juden)
Date
1878-01-01
Page
Seite 389 (sequence 5)
Language
German
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Zur Geschichte der Falaschas (abessinische Juden). 389 beschäftigt hat *), sucht aus den Nachrichten alter Schriftsteller, namentlich des Philostorgios und Josephus, nachzuweisen, daß der große Mazedonier eine Anzahl Samaritaner und syrische Juden nach Abessinien verpflanzt habe, wo sie sich zuerst an der Küste des rothen Meeres niedergelassen, sodann in das Innere des Landes eingedrungen seien und einen Theil der Eingeborenen zum Judenthum bekehrt hätten. Ganz anderer Ansicht ist der Orientreisende Halövy, der bekannte Erforscher himyariüscher Inschriften in Jemen, welcher vor etwa 12 Jahren von der Alliance Israelite Universelle zu den abessinischen Juden gesandt und von ihnen brüderlich ausgenommen worden war. Er läßt die Falaschas von himyaritischeu Juden abstammen, welche der abessinische christliche Kaiser Caleb oder Ameda im 6ten Jahrhunderte nach Christi Geburt von seinem glücklichen Feldzuge gegen D'hu Nowas, den jüdischen König von Jemen als Gefangene nach Abessinien gebracht habe. Diese *) In seinem, im Nouveau Journal Asiatique, Paris 1829 veröffentlichten Aufsatze: Notice sur l’epoque de Tetablissernent des Juifs dans l’Abyssinie, führt der leider zu früh und vor $80llenb*mq seiner interessanten Arbeit verstorbene Marcus die einzelnen Stellen des Philostorgios, des Josephus und anderer älterer Schriftsteller an, aus denen hervorgeht, daß nach Alexanders Zeiten, in Folge einer durch ihn vorgenommenen Kolonisirung an der Küste des südlichen Egyptens, worunter die alexandrinischen Griechen, in Folge der Eroberungszüge der Ptolemäer, die abessinische Küste verstanden haben, Syrer gewohnt hätten, welche durch den Sonnenbrand eine schwarze Hautfarbe erhalten, aber die syrische Sprache bewahrt hätten, daß namentlich Josephus von der Ansiedelung der Samaritaner erzählt und daß wiederum andere alte Autoren Andeutungen von jüdischen Kolonisten an der Westküste des südlichen Theils des rothen Meeres machen. Er macht auch darauf aufmerksam, daß m Abessinien die Thora mit dem syrischen Worte Orith (vergleiche das talmndische Oraitha) bezeichnet werde. Marcus meint, daß die Juden und Samaritaner sich nach und nach des ganzen östlichen Theiles von Abessinien bemächtigt und dasselbe bis zur Einführung des-Christenthums beherrscht hätten. Die Hypothese des Mar׳- cus wird übrigens durch die Sage von den durch Alexander jenseits der Berge des Fmstermß verpflanzten Juden nicht unwesentlich unterstützt.

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