Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Geschichte der Falaschas (abessinische Juden)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 388 (sequence 4)
- Language
- German
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388 Zur Geschichte der Falaschas (abefsinische Juden). sie durch die düstern, schluchtenreichen Gebirge in das Innere Abessiniens, hier gründeten sie ein mächtiges Reich, bas sich bis zu dem fernen Sobat, dem Sabbathflusse, erstreckte. Ihrer eigenen Sagen und die Erzählungen ihrer christlichen Landesgenossen führen ihren Ursprung in eine viel frühere Epoche zurück und knüpfen ihn an einen Namen, der sich im Oriente eines fast gleichen Ruhmes und eines weit größern Sagenkreises erfreut, als Alexander, nämlich an den weisen Salomo, König von Jerusalem. Makeda, die Königin von Saba, so kündet die abefsinische Sage, welche dieses Land nach Aethiopien und dessen Hauptstadt in die Nähe der altabessinischen Königstadt Axum verlegt, habe mit Salomon einen Liebeshandel angeknüpft, und ihm einen Sohn, Namens Menelek geboren. Diesen habe sein Vater in Jerusalem erziehen lassen und ihn sodann in Begleitung von 12000 Israeliten, je 1000 aus einem Stamme, und einer Anzahl Cohanim, unter Führung des Priesters Asariah, Sohnes des Hohenpriesters Zadok, zu seinvr Mutter nach Abessinien gesandt. Von diesen 12000 Israeliten sollen nun die Falaschas abstammen, während Menelek selbst und seine Nachkommen, die äthiopischen Kaiser, das Judenthum angenommen und einen großeil Theil des Volkes zu diesem Glauben bekehrt haben sollen. Das Judenthum sei sodann bis zu der gegen das Jahr 340 unserer Zeitrechnung erfolgten Einführung des Christenthums die Herrschende Religion im Lande gewesen. Eineil historischen Grund hat diese, wahrscheinlich erst im Mittelalter entstandene Sage wohl nicht, dagegen hat die Ansicht, nach welcher die Ansiedelung der abessinischen Juden auf Alexander den Großen zurückzuführen sei, mehr Wahrscheinlichkeit für sich. Der Hauptverfechter dieser Hypothese, Marcus, der sich mit der Frage über den Ursprung der Falaschas eingehend