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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 9 · p. Seite 387

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 9
Article
Zur Geschichte der Falaschas (abessinische Juden)
Date
1878-01-01
Page
Seite 387 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Zur Geschichte der Falaschas (abesiinische Juden). 38hießen, treue Vasallen ihrer christlichen Lehnsherrn. Erst unter der furchtbaren Anarchie, welche vor ungefähr hundert Jahren in Abessinien einriß und schließlich selbst die altehrwürdige Kaiserdynastie verschlang, fand auch der letzte Rest des jüdischen Staates seinen Untergang. War aber hier, in den Gebirgen Aethiopiens, jenseits der Ströme Kusch's '), da? Szepter den Händen Juda's endlich entfallen, so war dafür im fernen Westen eine neue Morgenröthe für Israel aufgegangen. Amerika und bald auch Frankreich und Holland hatten das gleiche Recht aller Menschen verkündet, sie hatten die Jahrtausend alte Schmach von Israel genommen und auch seinen Söhnen den Zugang zu den öffentlichen Aemtern und den gesetzgebenden Versammlungen gestattet. Der Gesetzgeberstab, den sie im eigenen Lande längst verloren, wurde ihnen von fremder Hand wieder überreicht. Aber auch in anderer Hinsicht, als in der Erhaltung des Szepters Juda's ftet)en die abessinifchen Inden — die Falaschas, wie sie sich nennen — mit den Sagen und Legenden der messtanischen Apokalypsen in Verbindung. Die Erzählung von den verlorenen zehn Stämmen, von den Kindern Moses, welche jenseits des fabelhaften Sambation wohnen, von den Juden, welche Alexander der Große jenseits der Berge der Finsterniß verpflanzt hat, deren dereinstiges Wiedererscheinen die messianische Erlösung herbeiführen soll, alle diese Legenden lassen sich auf die einst so gewaltige Macht der Falaschas zurückführen. Es waren ihre Vorfahren, die der große Mazedonierkönig an der Küste des rothen Meeres ansiedelte, von dort drangen מעבר לנהרי כוש (י. Val. Zephania Kap. V. 10, welche Stelle gleichfalls messianisch gedeutet wird. 25*

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