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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 8 · p. Seite 373

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 8
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 373 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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Die Religlonsphilosophis des Abraham ibn Daud ans Toledo. 373 und Bewußtsein erfolgen, da Gott ja, wie wir gesehen haben, das allervollkommenste Wissen besitzt. Der Wille Gottes muß aber auch von dem menschlichen Willen, obschon auch dieseni eine mit Bewußtsein verbundene Wirkungsweise zukommt, streng unterschieden werden; denn während der menschliche Wille ein auf die Erreichung eines entbehrten Gegenstandes gerichtetes Streben ist, ist bei Gott, der selber keines Dinges bedarf, dessen aber alle anderen Dinge bedürfen, ein solches Streben ausgeschlossen. So bestätigt sich also auch bei dem Attribut des Wissens, was von allen Attributen gilt, daß sie in ihrer Anwendung auf Gott eine ganz andere Bedeutung als in ihrer Anwendung auf die anderen Wesen haben. Am Schluffe seiner Darstellung der Attributenlehre bemerkt A. b. D., er habe eine Erörterung über gewiffe Probleme, aus die eine eingehendere Untersuchung namentlich der Attribute des Wissens und des Willens führe, mit Absicht vermieden. Bei einem Buche sei man niemals sicher, ob es nicht auch Unberufenen in die Hände falle; darum sei es gerathen, über gewiffe Fragen lieber mündliche Belehrung bei bewährten und anerkannten Männern zu suchen. Andere Schriftsteller hätten, weil sie sich in dieser Beziehung nicht die gleiche Enthaltsamkeit auferlegt, in den Köpfen schwachsinniger Leser traurige Verwirrungen angerichtet, indem ihre an sich ganz richtigen Bemerkungen, falsch aufgefaßt, zu Jrrthümern geführt haben. Wir glauben diese ein Wenig zaghaften Aeußeruugen unseres Philosophen auf die in den Schulen der Mutazila vielfach gepflogenen Kontroversen beziehen zu dürfen, wie weit die Allmacht und der Wille Gottes sich erstrecke'), ob Gott auch das begrifflich Unmögliche möglich machen könne u. dgl. m. Die von A. b. D. geäußerten Bedenken würden dann ihre Rechtfertigung finden in den frivolen ') Vgl. z. B. Schahrest. I, 53, 60.

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