Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 372 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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372 Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. die Bewegungen der unter ihr befindlichen Sphären einen bestimmenden Einfluß ausübt und so mittelbar die Ursache der Mischung und Verwandlung der Elemente, der Entstehung der Mineralien, der Pflanzen und der Thiere ist, da alle diese Erscheinungen nact) den Lehren der Physik durch die Bewegungen der Himmelskörper verursacht werden, empfängt selber ihre Bewegung von einem Beweger, als welcher Gott entweder unmittelbar oder mittelbar durch einen ihm untergeordneten Engel zu betrachten ist *). Gott ist mithin die oberste Macht, der alle anderen Mächte untergeordnet sind *). Durch das Attribut des Willens wird die Wirkungsweise Gottes zunächst von der blinden und bewußtlosen Wirkungsweise der sogenannten Naturkräfte unterschieden. Die Handlungen Gottes sind z. B. nicht mit den Wirkungen des Feuers zu vergleichen, die, sie mögen nützlich oder schädlich sein, ohne Absicht י) Em. Ram. S. 55 Text, deutsche Uebers. S. 70; das. S. 12 Text, deutsche Uebers. S. 17. Maimonides 1, 72; II,!9; III, 2 u. a. a. O. Nach Schahrestuni <11. S. 6) lehrten die SzLbia: ״Die g e i st i g e n W e s e n sind die vermittelnden Ursache n beim Hervorbringen und Schaffen, bei der Verwandlung der Dinge aus einem Zustande in den anderen, und der Weiterführung der geschaffenen Dinge vom Anfänge zur Vollendung, welche die Kraft von der göttlichen, heiligen Majestät zur Hilfe rufen und die göttliche Gabe auf die niederen Existenzen herabströmen lassen". Das.: ״Das Thun der geistigen Wesen besteht nun in der Bewegung derselben nach einer eigenthümlichen Bestimmung, damit aus ihren Bewegungen in den Natursubftanzen und Elementen Hervorbringungen geschehen, woraus Zusammensetzungen und Mischungen unter den Zusammensetzungen entstehen und ihnen körperliche Kräfte folgen und darnach geistige Seelen zusammengesetzt werden, gleich den Arten der Pflanzen und den Arten der Thiere"; vgl. das. S, 36. Vgl. auch die Encyclopädie der lauteren Brüder: Dieterici. Die Propaedeutik der Araber im zehnten Jahrhundert. S. 75 ffg.; ders. Die Lehre von der Weltseele S. 16, 18, 55, 57; ders. Die Naturanschauung und Natur- Philosophie rc. S. 69, 97 und andere Stellen. י) Auffallend wäre, daß A. b. D. bei dem Attribut der Macht den Nachweis der negativen Bedeutung desselben sollte unterlassen haben; wahrscheinlich ist jedoch hier eine Lücke in unserem Text.