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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 8 · p. Seite 371

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 8
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 371 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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Die Religionsphilosophie.des Abraham ibn Daud aus Toledo. 371 immer durch eine materielle Ursache erzeugt, mag dieselbe nun an einem äußeren Gegenstand oder an unserem Wahrnehmungsorgan haften. So wird der Anblick eines Gegenstandes uns entzogen entweder durch die zu weite Entfernung desselben von unserem Auge, durch eine Wand, einen Vorhang, eine Wolke, die sich trennend zwischen ihn und unser Auge stellen, oder auch durch Thränen oder eine Staarhaut, die unser Auge trüben. Weniger beeinflußt von materiellen Ursachen ist allerdings unsere Denkthätigkeit, sie erstreckt sich eben so gut auf einen abwesenden wie auf einen gegenwärtigen Gegenstand, sie bedarf nicht der Vermittlung von Licht und Luft u. s. w.; dennoch aber ist auch sie von der Materie nicht ganz unabhängig. So erfährt z. B. der Trunkene durch die augenblickliche Beschaffenheit seiner Säfte, der Uebsrsättigte durch die Ueberfüllung seines Leibes und der Schläfrige eine Schwächung seiner Denkthätigkeit. Ebenso steht im Kindesalter die Entwicklung der Geisteskräfte im engsten Zusammenhang mit materiellen Ursachen, mit der Abnahme der im Organismus des Kindes vorherrschenden Feuchtigkeit und der später eintretenden festeren Formation des Leibes '). Dasjenige Wesen aber, das von allen materiellen Einflüssen unabhängig ist, wird auch keinerlei Hemmung in seiner Denkthätigkeit erfahren und so in seinem Erkennen den höchsten Grad von Vollkommenheit erreichen. So hat mithin auch das Attribut des Wissens eine negative Bedeutung, es negirt die Abhängigkeit von der Materie und dis Unkenntniß irgend einer Sache. Das Attribut der Macht Gottes besagt, daß seine Macht selbst die der mächtigsten Wesen überragt. Die oberste Sphäre, deren Bewegung den Wechsel von Tag und Nacht erzeugt, auf ') Vgl. Saadia Emunoth X. S. 148 ed. Leipz.; Bachja Herzenspflichlen II, 5; Gebirol תקון מדוח הנפש in, 2, Albo Jckarim II, 24: Maimonioes More III, 51 (Kaufmann Attributenlehre S. 355 Anm. 38). 24*

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