Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 8 · p. Seite 362

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 8
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 362 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2829132-2829500-2829509-2870812--18273-2870846
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

362 Die Religionsphilosophie des Abraham tim Daud aus Toledo. gative Bestimmungen allein eine positive Erkenntniß erlangen * *). So verhalte es sich aber auch in der That, denn während Nichts klarer und einleuchtender ist als das Dasein Gottes, ist dennoch' Nichts so dunkel und unserer Erkenntniß weniger zugänglich als sein Wesen. Unsere gesammte Erkenntniß von Gott beschränkt sich eben einerseits auf die Gewißheit von seiner Existenz und andererseits auf die von der Unerkennbarkeit seines Wesens*). Darin gerade bekunde sich der Vorzug des denkenden Menschen, daß dieser sich stets der Grenzen seiner Erkenntniß bewußt bleibt und von der Unerkennbarkeit der jenseits dieser Grenzen liegenden Dinge auch innerlich überzeugt ist. An eine unbegrenzte Erkenntnißfähigkeit des menschlichen Denkvermögens und darum auch an die Möglichkeit einer Erkenntniß des göttlichen Wesens glaubt nur der denkfaule Mensch; weil er sich bewußt ist, auch die wirklich erreichbaren Erkenntnisse nicht zu besitzen, darum glaubt er, es auch seiner individuellen Unwissenheit zuschreiben zu müssen, daß er die in Wahrheit über die Grenzen jedes menschlichen Denkens hinausgehenden Dinge nicht kennt*). י) Em. Ram. S. 51 Text: דק שהעלילות ואס הס מסלקות ספיקוד־ז אינס מודיעות דבר, ebenso Maimonides More I, 58:»-ותארי השלילח לו יודיעונו דבר בשום דבר מן העצס המבוקש ידיעתו מה הוא. Im darauffolgenden Kapitel sucht Maimonides jedoch nachzuweisen, daß durch die negativen Attribute dennoch ein Fortschritt in der Erkenntniß des göttlichen Wesens erreicht werde. *) Em. Ram. S. 56 Text: ומציאותו יותר מבואר מבל מבואר ומהותו יותר נעלם מכל נעלס, ובידיעתנו שאין דרך ליריעת מהותו ואין דרך להכחיש מציאותו, נדע כל מה שאפשר להשיג מאמיתת מציאותו. Daß man von Gott genau genommen Nichts weiter als die Existenz aussagen könne, jagt auch schon Saadia, Emunoth II. S. 50: בי אלו היינו באיס לספר עליו. בלשון האמתי, היינו ה״ביסלעזוב ולהניח שומע ורואה רחום וחפץ, עד אשר לא יעלה לנו כי אם הישות לבד. Ebenso Maimonides More 1, 58: שאנחנו לא נשיג זולתי ישותו לבד. Vgl. Munk. Guide I. S. 241. Anmerk. 2. ') Em. Ram. S. 56 Text: .כי הסכליס מבני אדס לא ידעו עצמותו אך הם יחשבו שסכלותס בזה כסכלות בתנועות השמים ועתות הלקויות וזולת זה ממה שיוסכל ואיננו נמנע שיודע, וחכמים ידעו מה שאפשר שיורע

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.