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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 8 · p. Seite 351

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 8
Article
Die Lage des Sinai oder Horeb
Date
1878-01-01
Page
Seite 351 (sequence 15)
Language
German
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, Die Lage des Sinai oder Horeb. 351 worden war, daß sie beim Auszuge aus Aegypten auf demselben opfern würden (Exod. 3, i 2). Soll nun der Sinai 30—50 Meilen im Osten gelegen haben, dann hätten sie ja auf dem Wege durch das Land der Philister gar nicht wandern dürfen, da sie dem Sinai hätten zusteuern miissen! — Und noch die letzte Schwierigkeit. Die Israeliten haben erst in Kadesch die Grenze Edoms berührt (Numeri 20, 14 fg.). Wenn sie, nach der gewöhnlichen Annahme, von der Halbinsel nach Akabah und von da durch die Arabah gezogen sein sollten, da hätten sie ja, ehe sie in Kadesch angelangt sind, das idumüische Gebiet an mehreren Punkten berühren müssen! Wie unbestimmt auch die Grenzen des alten Edom sind, so ist eS doch gewiß, daß ihr Ursitz um das Gebirge S e '1 r war, d. h. um das peträische Gebirge und die westlich davon liegende Vertiefung Arabah, in deren Gebiet — nach der bisher geltenden Annahme — die Israeliten ihre Kreuz- und Querzüge gemacht haben sollen, wenn sie vom Osten her, aus der Halbinsel, sich dem gelobten Lande im Süden nähern wollten. Aber erst als sie in den letzten Jahren in Kadesch angekoimnen waren, ließen sie dem König von Edom melden : ״Wir sind (jetzt) in Kadesch, der Stadt ani Ende deines Gebietes" (Numeri 20, 16; LXX xal vvv e0/xäv 41׳ Kctdqg). Ist das nicht im höchsten Grade auffallend? Und wirft dieses Moment nicht die bisher aufgestellts Wandernugsroute der Jsrae- Uten in der Wüste über dey Haufen? Wir sind nach den bisher zusammengestellten Beweisen über die Lage des Sinai und den Schauplatz der Wanderungen berechtigt, das Urtheil auZzusprechen, daß die Verlegung des Sinai in die Halbinsel und das Aufzeichnen der Wanderungsstationen von Osten nach Westen durchaus absurd ist, obwohl sie von competenten Geographen, Historikern und Touristen behauptet werden. Wie kam man aber auf diese Absurdität? Nun, die Mönchslegenden haben sämmtliche Forscher irre geführt, oder

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