Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die Lage des Sinai oder Horeb
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 349 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829500-2829509-2870811--18259-2870833- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Lag« des Sinai oder Horeb. 34S Aber eben so wenig kann es der Serbal gewesen sein, wenn man dem Wortlaut der Schrift gerecht werden will. Für diesen sprechen nur zwei Umstände, die Jsolirtheit und der freie Anblick׳ desselben von allen Seiten — während bei dem G' Musa-Stock ״ein Convolut von Kuppen" den Blick auf sich zieht, so daß auf diesen die Demonstration ״Berg" durchaus nicht paßt, ferner die außerordentliche Fruchtbarkeit des sich weithin schlängelnden Thales Wady Feiran (Firan), welches mit Raphidim verglichen wird, und der Wasserreichthum, welcher heutigen Tages anmuthende Gärten bewässert. Indessen beweist dieses Letztere zu viel. In Raphidim fanden die Israeliten gar kein Wasser und beklagten sich, daß sie von Durst verschmachten müßten. Erst als Mose den Felsen des Horeb schlug, sprudelte aus diesem Wasser heraus. Wie? Sollte das damals erfolgte Wunder die Wasserfülle des Wady Feiran bis auf den heutigen Tag erzeugt haben, und nicht die ganz natürliche Ursache, der Zusammenfluß des von den Höhen herablaufenden Wassers in den langgestreckten Thalrinnen des Feiran? Waren diese Factoren damals beim Auszug schon vorhanden, dann war der Schlag am Felsen überflüssig, und waren sie es nicht, so ist die Identität von Raphidim und Feiran unerwiesen. Auch sonst stimmt die Lage nicht. Der Schlag mit dem Stabe geschah, wie gesagt, am Fuße des Horeb (Exodus 17, 6): הנני עמד לפניך שם על הצור בחרב והכית בצור• Mit dem aus dem Felsen des Horeb fließenden Wassers hat das Volk seinen Durst gelöscht. Es stand also so nah als möglich dem Horeb, um zu schöpfen. Aber der Wady Feiran ist von dem isolirten Serbal mehrere Stunden entfernt. Und dieser Umstand beweist die Unmöglichkeit der Identität des Serbal mit dem Sinai, welche auch Palmer gründlich beleuchtet hat. Der Text sagt unzweideutig, daß das Volk dem Berge gegenüber lagerte (Exod. 19,2): ויה; שם ישראל ננד ההר. Ja, es mußte mehrfach gewarnt werden, den Weg zu berühren, und Mose war angewiesen,