Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die Lage des Sinai oder Horeb
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 339 (sequence 3)
- Language
- German
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335) Die Lage des Sinai öder Horeb. auftischenden Charles Tilstone B e k e*) — von einer falschen Voraussetzung ausgegangen sind, welche von der Bibel selbst verleugnet wird. Einige unzweideutige Stellen verlegen nämlich den Sinai in eine ganz andere Gegend. Im Segen Mose's heißt es: ״Der Herr kam vom Sinai, erglänzte von Seir, erstrahlte vom Berge P a r a n und kam מרבבות קדש" (Deuteron. 33, 2). Das will doch entschieden aussagen, daß die Offenbarung in der Gegend vom Seir oder Edom erfolgt ist! *). Fast noch deutlicher bezeichnet das hochalte Debora-Lied dieselbe Gegend als Schauplatz der Gesetzgebung: ״Herr, als Du aus Seir auszogest, als Du in dem Gefilde Edom einherschrittest, da erbebte die Erde... Berge zerflossen vor dem Herrn, dieser Sinai vor dem Gotte Israels" (Richter 5, 4—5). Dasselbe bestätigt auch der dem Propheten Habakuk angehängte Psalm, welcher die Offenbarung schildert: ״Gott kam von Taiwan, der Heilige vom Bergs Par an, sein Glanz deckte den Himmel und seines Ruhmes war voll die Erde" (Habakuk 3, 3). Diese drei Stellen bezeichnen also die Gegend des Landes Se'ir oder Edom als Schauplatz der majestätischen Offenbarung, und, als wenn sie jedem Mißverständniffe hätten Vorbeugen wollen, machen sie ihn durch einige in dieser Gegend liegende Localitäten kenntlich, durch den Berg Paran und durch Taiwan, das als Stadt Jdunräa's bekannt genug ist. Noch ein dritter oder vielleicht ein vierter topographischer Punkt wird in Deuteronomium gewissermaßen zur Orieutirung angeführt:ואחא מרבבת קדש מימינו אשרת למו. *) Seine Schrift: Origines biblicae or researchees in primeval history Toi. I, London 1834, enthält neben absurden Schrullen manches Beachtenswerthe. *) Dieses Hauptargument macht auch Beke geltend, wußte aber es so wenig zu verwerthen, daß er es als Nebenbemerkung in eine Note verwies. Sein Ausgangspunkt ist die wunderliche Annahme, daß das hebr. Mizraim nicht Aegypten bedeute und daß das Schilfmeer mit dem Golf Akabah identisch sei. 22*