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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 7 · p. Seite 314

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 7
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 314 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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314 Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. kuffionen über dieses Thema hatte Saadia, der Neubegründer der jüdischen Religionsphilosophie, die Anregung erhalten, auch seinerseits eine Untersuchung über dieses wichtige Probien! anzustellen, und er steht, wie in so mancher anderen Beziehung, so auch in dieser wesentlich unter^dem Einfluß der mutazilitischen Theorieen. Geleitet von dem Streben, das ״Einheitsbekenntniß" in seiner ganzen Strenge durchzuführen, waren die Mutaziliten nicht nur der ״Verähnlichung" Gottes entgegengetreten, zu welcher die buchstäbliche Auffassung der auf das vulgäre Verständniß berechneten anthropomorphistischen und anthropopathischen Koranstellen in der orthodoxen Theologie geführt hatte*); diese ״Freidenker im Islam" glaubten vielmehr, die Reinheit ihres Gottesbegriffes mit nicht geringerer Energie auch vor der Trübung, schützen zu muffen, welche in denselben durch die Hypostasirung und die Annahme einer Mehrheit göttlicher Attribute hineingetragen wurde. In dieser Richtung fortschreitend gelangten sie endlich, indem sie zu immer höheren Abstraktionen aufstiegen, zu einem Gottesbegriff, der jedes materiellen oder positiven Inhalts entleert war, und die Gegner der Mutazila charakterisirten deren Tendenz mit nicht unzutreffender Ironie, indem sie ihnen den Spottnamen der ״Mu'atilla" (Leermacher) beilegtena). An Stelle der wesenhaften oder positiven Attribute, in denen sie eine mit dem ״Einheitbekenntniß" unvereinbare Vervielfältigung des göttlichen Wesens erblickten, faßten sie die einmal in der allgemeinen Ueberlieferung feststehenden Attribute, wie das Wiffsn, die Macht, das Leben, den Willen Gottes, als negative Bestimmungen auf, die, ohne über das Wesen Gottes etwas Positives auszusagen, nur den Zweck hätten, die in werden im Folgenden Kausmann's Darstellung der Attributenlehre A. b. D.'s {©. 344—360) so weit berücksichtigen, als es uns der bereits vorgeschrittene Druck noch gestattet. ') Schahrest. I,!)0. 96. IIS. ') Schahrest. I, S. 96.

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