Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 7 · p. Seite 313

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 7
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 313 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829500-2829508-2870750--18217-2870785
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Die Religions Philosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. 313 Merkmal enthalten, dann aber wäre es kein einiges Wesen mehr und somit, nach der obigen Beweisführung, auch kein Wesen von nothwendiger Existenz 1). Ein Wesen von nothwendiger Existenz und absoluter Einheit muß daher auch ein einziges sein. Einheit und Einzigkeit aber sind beide negative Begriffe, denn die Einheit Gottes ist gleichbedeutend mit der Negation der Mehrheit in seinem Wesen und die Einzigkeit mit der Negation eines zweiten, Gott vergleichbaren Wesens. Das ist, so schließt A. b. D. diese Auseinandersetzung ab, die Ansicht der wirklich denkenden Metaphysiker, eine Bezeichnung, unter der, wie wir gezeigt haben, überall seine arabischen Vorgänger, Alfarabi und Jbn-Sina, zu verstehen sind *). Neuntes Kapitel II. Die Glaubenslehren. C. Dritter Glaubenssatz: Von den Attributen Gottes. Eines der bedeutsamsten Probleme der jüdischen Religions- Philosophie ist die Lehre von den Attributen Gottes 8). Durch die in den verschiedenen Schulen der Mutazila geführten Dis- _ ז) Vgl. oben S. 311. *) Jbn-Sina. Schahrest. II. S. 253: ״Es ist aber dann unmöglich, daß es zwei gebe,- deren jedes Einzelne nothwendig-exislirend durch sein Wesen ist, so daß die Nothwendigkeit der Existenz etwas darin Gemeinschaftliches wäre, insofern es ein Genus oder ein Accidenz wäre, und der Unterschied in ein anderes Ding fiele, da die Zusammensetzung in dem Wesen jedes (?) Einzelnen von ihm eine nothwendige Konsequenz wäre". Derselbe Beweis bei Bachja. Herzenspslichten I, 7, wie überhaupt die Beweise im ersten Buch der Herzenspflichten größtentheils entweder auf Saadia oder die arabischen Philosophen zurückgehen. Aus Maimonides, More I, 75, Nr. 2 geht hervor, daß dieser Beweis zuerst von den Matakallimun aufgestellt worden ist: More II, 1 Nr. 4 wird derselbe auch von Maimonides acceptirt. (Munk. Guide I, 448, II, 44.) Vgl. auch Saadia Emunoth II. S. 43 (ed. Leipzig). •) Wir verweisen für dieses Kapitel auf Kaufmanns Geschichte der Wributenlehre in der jüdischen Religionsphilosophie. Gotha 1877. Wir

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.