Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 312 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2829132-2829500-2829508-2870750--18216-2870784- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
312 Die Religionsphilosophi« des Abraham ibn Daud aus Toledo. Mehrheit zu einem Wesen müßte nämlich nothwendig durch ein anderes, von ihm selbst verschiedenes Wesen erfolgt sein,, dann aber wäre die Existenz dieses Wesens nicht mehr, wie es im Begriff des Nothwendig-Existirenden liegt, durch sein Wesen gegeben, sondern von jenem anderen Wesen abhängig, welches eben die Bereinigung der Mehrheit zu einem Wesen zu Stande gebracht hat. Ein solches Wesen könnte auch gar nicht mehr als der e r ff e Urheber aller Dinge angesehen werden, denn der Urheber der Vereinigung, durch die sein Wesen zu Stande gekommen ist, müßte ja der Vereinigung und somit auch ihm selbst in der Zeit vorangegangen sein *). Aus dem Begriff der absoluten Einheit oder Einigkeit, durch welchen von Gott jede, selbst begriffliche Scheidung, wie beispielsweise die zwischen seinem Wesen und seinen Attributen ausgeschloffen wird, ergiebt sich als nothwendige Folge auch die Einzigkeit Gottes, denn mit der Annahme zweier solcher Wesen würde auch die Einheit im Wesen Gottes aufgehoben werden. Würde man nämlich beiden Wesen dieselbe unterschiedst ose Einheit beilegen, so wären sie eben gar nicht mehr zwei Wesen, sondern die einander vollständig denkenden Begriffe ließen dieselben auch zu e i n e m Wesen zusammenfallen. Es müßte daher zum Mindesten in einem dieser Wesen auch noch ein Merkmal angenommen werden, durch welches es sich vom anderen unterschiede, und dieses Wesen mithin neben der Nothwendigkeit der Existenz auch noch dieses unterscheidende 's Jbn-Stna. Schahrest. U. S. 251: ״Es ist ferner in Betreff des durch sein Wesen Nothwendig-Existirenden unmöglich, daß sein Wesen Bestandtheile hat, welche vereinigt werden, so daß das Nothwendig-Existirende aus ihnen sein Bestehen hätte" u. s. w.; dann! ״und es ist Lar, daß die Theile dem Wesen nach dem Ganzen vorangehen, so daß die Ursache, welche die Existenz nothwendig macht, eine Ursache für die Theile, dann eine für das Ganze ist". Vgl. Bachja Herzenspflichten I, 9; More II. Einlcit. Nr. XXI.