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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 7 · p. Seite 306

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 7
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 306 (sequence 3)
Language
German
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?»06 Die Religionsphilosophie des Abraham >bn Daud aus Toledo. Der unvergleichlich hohen Bedeutung, die unser Philosoph hier diesen der Metaphysik und der Religion gemeinsamen Problemen beilegt, entspricht auch die tiefeingehende und sorgfältige Behandlung, die er selLer ihneu zu Theil werden läßt. Man darf freilich von einem so gläubigen Bekenner der arabisch-ari stotelischen Philosophie, als welcher A. b. D. sich uns bereits erwiesen hat, auch hier nicht gerade eine durch ihre Neuheit und Selbstständigkeit überraschende Auffassung der in Betracht ton!- wenden Fragen erwarten. Gerade aus diesem Gebiete, auf welchem die von ihm auch sonst so hochgestellten arabischen Philosophen, Alfarabi und Jb»-S!na ihre originellsten Leistungen aufzuweiseu hatten, mußte ein engerer Anschluß an dieselben sich ihm umsomehr empfehlen, als die von jenen vollzogene Umgestaltung und Fortbildung des Aristotelismus im Grunde aus der auch für die jüdischen Religiousphilosophen 1naaßgebe>1den Tendenz hervorgegangen war, die aus der uionotheistischeu Religionsanschauung sich ergebenden Glaube!tslehren in das System der aristotelischen Philosophie einzufügen. So begegtien uns denn auch in der Erörterung der eigentlich religionsphilosophischeu Fragen die Gedanken Alfarabi's und Jbn-Slna's in gleicher Weise bei allen, der aristotelischen Schule augehörenden jüdischen Schriftstellern jener Periode, ebenso gut bei Bachja und Maimonides, wie bei Abraham ibn Daud. Allein eine gewisse Vorsicht in der Anlehnung an jene arabischen Vorgänger war in den zur Religion in so naher Beziehung stehenden Fragen durch die Besonderheit des jüdischen Standpunkts dennoch gefordert, und die Berücksichtigung des reichhaltigen Materials, das die jüdische Literatur, die Bibel, der Talmud und namentlich die Schriften Saadia's für die hier zu behandelnden Frage darbot, war an sich schon geeignet, der Darstellung einen höheren Grad von Selbstständigkeit zu verleihen. Wir werden im weiteren Verlauf unserer Untersuchung auch Gelegenheit haben, den

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