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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 7 · p. Seite 294

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 7
Article
Der fünfzigste Psalm
Date
1878-01-01
Page
Seite 294 (sequence 6)
Language
German
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294 Der fünfzigste Psalm. von Zion aus in der vergangenen Zeit offenbart hat...מציון אלהים דוופיע, d. h. daß er zu den Propheten gesprochen und das Volk durch deren Mund ermahnen und warnen ließ. Es will sagen: Gott habe sich zu verschiedenen Zeiten wunderbar offenbart, bei der Schöpfung der Welt, die das Werk seines Wortes ist, und innerhalb seines Volkes durch den Mund der Propheten. Beides giebt der Psalm in historischer Form. Daran knüpft er den Wunsch (V. 3): So wie Gott einst erschienen ist und gesprochen hat, so möge er in der Gegenwart kommen und nicht schweigen; יבא אלהינו ואל יחרש אש לפניו תאכיל sind lauter Optativsätze. Also nichts, gar nichts von einer einem Propheten gewordenen Offenbarung oder von einer von einem Sänger fingirten majestätischen Theophanie, sondern einfache Erinnerungen an vergangene Thatsachen. Damit erhält der Psalm eine ganz andere Gestalt. Der Psalmist wünscht beim Anblick der verkehrten Anschauung von der Frömmigkeit oder Religion, daß Gott doch in seiner Größe und seiner Erhabenheit erscheinen und dem Volke auseinandersetzen möge, wie er verehrt sein will. Von V. 7 an legt der Psalmist Gott Worte der Belehrung in den Mund, d. h. wenn er sich offenbarte und spräche, würde er so sprechen:!שמעה עמי וארכרו. Es ist nicht selten, daß die Psalmisten Gott Reden in den Mund legen, die sie beherzigt wissen wollen, nicht bloß kurze Sätze, wie Ps. 46,11—12: הרפו ודעו כי אנכי אלהים, und Ps. 75, 3: (כי אקח(אקים מועד אני מישרים אשפט וגוי, sondern auch lange Reden Ps. 81, 7—16: הסירותי מסבל שכמו וגו׳; Ps.!)1, 14—16: כי בי חשק ואפלטהו אשגבהו וגו׳• So wenig diese Psalmisten sagen wollen, daß Gott diese Worte selbst gesprochen habe, eben so wenig will unser Psalm Glauben machen, daß die in der ersten Person gehaltene»» Verse thatsächlich Gottes Aussprüche seien, d. h. daß der Sänger sie habe als von Gott faktisch gesprochen ausgeben wollen. Alles dieses sollte selbstverständlich sein. Selbst der Satz V. 16: לרשע אמר אלחים:

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