Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Der fünfzigste Psalm
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 4)
- Language
- German
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28S Wk sÜnsMB' PsM. at's daß st« MM bloße» Spiele der Phantasie Halle beNUtzk MeVderb soll«»׳. Wer nicht MrMtzt mal, Gottes Stimm« thatsächlich vernonunen zu habe», würde es als eine Lüge und als eine Blasphemie betrachtet haben, ein« Prophezeiung zu verkü'ndem — Man beachte doch die Entrüstung und den Spott, mit welchem Jeremia von denen spricht, welche ihre TräUme als Prophezeiung ausgeben und sich dabei der Formel cito bedienen, von denen, welche im NameN Gottes sprechen, ohne von ih-M' berufen ivorden zu sein. ״Was hat das Stroh mit dem reinen Korn zu thun" (Jeveni! 23, 25 fg.). Mit welchem Feuereifer trat er dein angeblichen׳ Propheten aus Gibeon entgegen׳ und sagte ihm ins Gesicht: ״Gott hat dich nicht gesandt, &1t; hast lügnerischer Weise das Volk in Sicherheit gewiegt-!" Ein frommer SäNgör hätte sich M UNd' nimmer erlaubt, eine Theophanie zu fingireü uitd den Schein zu erwecken, als' sei ihm Gott erschienen. Mit welcher Vorsicht läßt der Dichter des Hiob den Eliphas sprechen, daß er eine Art Offenbarung zur Belehrung vernommen habe (Hiob 4, 12 fg.), damit die Leser ja nicht glauben sollen, er wolle damit Tagen, er sei thatsächlich einer prophetischen MiktMlung gewürdigt morden. Diese Einkleidüng erkennt man sofort als eine Fiction. Ganz anders lautet dig Darstellung des Propheten Micha aus Jimla (Könige II, 22,19fgi). Hier wird von einer wirklich erfahrenen Theophanie gesprochen (יאיסי). Der Prolog zu Hiob und auch der Schluß vor dem Epilog stellen allerdings die poetische Fiction von Gottes Erscheinen, Unterredung und Belehrung dar, aber nicht der Art, daß' Gottes Mittheilung an den Dichter selbst ergangen Märe, als hätte er den Auftrag erhalten, im Nainen Gottes zu sprechen. Der Prologistgiebt lediglich alles dieses in historischer Form. Aber Unser׳ Sänger soll ja — nach der Auffassung einiger׳ AuslegUNgen — die Sache so darstellen, daß er selbst eine TheophüUie gehabt hätte! Mag unser Sänger die Warnung des