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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 7 · p. Seite 291

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 7
Article
Der fünfzigste Psalm
Date
1878-01-01
Page
Seite 291 (sequence 3)
Language
German
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Äer stinkigste Psalni. SSI Lehren vom Gesetze, gewissermaßen einen authentischen Commentar zum Gesetze, gegeben habe. Diese Auslegung nimmt als sicher an, daß der Sänger mit der historischen Einleitung eine neue Offenbarung habe verkünden wollen. Aber fragen muß man sich doch: Wem hat sich Gott damals zur Verkündigung dieser Lehre offenbart? Etwa dem Psalmisten? Dem an der Spitze genannten Aßaph oder einem anderen Sänger? Aber davon wird ja im ganzen Stücke nichts gesprochen, daß der Sänger Gottes Stimme vernommen oder Gottes Geist gefühlt habe! Das Pronomen ל׳ zu ... 121 אל אלהים, durfte keinesweges fehlen, wenn der Psalmist die Offenbarung in eigener Person vernommen haben sollte. Man vergleiche nur damit den Eingang zu dem ähnlich klingenden Liede, welches David beigelegt wird (Samuel II. 23, 2. 3): רוח ה׳ דבר בי ומלחו על לשוני... לי דבר צור ישראל War der Psalmist ein Prophet — und Ewald stempelt ihn ohne Weiteres als solchen — so hätte er die Bewährung geben müssen, daß er das von ihm Verkündete und im Namen Gottes Gesprochene von Gott vernommen habe, sei es auch nur durch die Formel נאמח׳. Dieser allerdings unannehmbaren Auffassung, daß wir in diesem Psalm eine echte Prophetie haben, weichen andere Ausleger wegen dieses Bedenkens mit Recht aus, gerathen aber in eine andere Unzuträglichkeit. Der Psalm wolle nicht, so meinen diese, eine wirklich erlebte Theophanie verkünden, sondern eine fingirte. Es sei eine poetische Einkleidung, als wenn der Sänger Gottes belehrende Stimme in majestätischer Offenbarung vernommen hätte. Das will mit anderen Worten sagen, der Psalmist sei keinesweges ein Prophet gewesen, habe aber die licentia poetica benutzt, als solcher zu sprechen, zu lehren und zu warnen. Aber das zeugt von vollständiger Verkennung des Prophetismus. Die Prophetie galt den Trägern des israelitischen Geistes — und zu diesen gehört doch unser Psalmist unbedingt — als ein zu erhabenes Amt, 1s״

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