Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Epilog zum Aruch
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829500-2829507-2870688--18182-2870741- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Epilog zum Aruch. 283 Es soll daraus ״klar" hervorgehen, daß der Verfasser des Aruch, R. Nathan, in seiner Jugend sich nicht der Lehre beflissen, sondern mit Leinenhemden hausirt *) habe. Statt כרוך in V. 1 sollte כריך gelesen werden und dies mit dem in V. 11 erwähnten תכריך identisch sein. Auch der Vater Nathans, nieint Herr K., habe das Hausiergeschäft betrieben und der Sohn habe dasselbe bis zum Tode des Vaters — etwa aus Rücksicht für diesen? — beibehalten. Herr K. läßt auch die Möglichkeit zu, daß unter' ארוכי in V. 7 nicht der Vater, sondern ein Dienstherr gemeint sei, aber der Hausier-Berus bleibt auf R. Nathan sitzen. In V. 3 soll gesagt sein, daß der Vater seinem Sohne den Aufenthaltsort bestimmt habe, von wo er nicht nach Hause zurückkehren sollte. Weshalb? Welch' seltsames Verhältniß zeigt sich hier zwischen Vater und Sohn? Herr K. meint auch, daß R. Nathan keineswegs lange bei seineni Vater gelernt habe und daß er deshalb ihn nicht öfter als 4 Mal erwähne. Wie diese Thatsachen in den angeführten Versen enthalten sein sollen, ist einzusehen absolut unmöglich. Ich gebe den unzweifelhaft richtigen Inhalt in der folgenden Uebersetzung, indem ich vorausschicke, daß hier zwei von einander unabhängige Leistungen auf dem Gebiete der valacha (des פסק), welchen in der Fortsetzung des Gedichts noch andere sich anreihen, von Nathan mit einem gewissen Selbstbewußtsein vorgetragen werden. Zuerst sagt er: ״Das halachische Thema טול כריך (Berach. 40 a.) habe ich bereits in nieiner frühesten Jugend begriffen (oder: erläutert) und meinem Erzeuger und Lehrer vorgetragen, um seine (des Themas) richtige Auffassung verstandesmäßig (lies in V. 2 כסבירה) zu begründen. Sie leuchtete ihm ein und er setzte sie als eine Bestimmung fest, von der man nicht weichen dürfe". Alan vergleiche Or sarua I. S. 40, §. 145, der die Auffassung des Aruch über das erwähnte talmudische Thema .תגר הולך (י