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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 6 · p. Seite 271

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 6
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 271 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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׳• Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. 271 pern ihre Formen und den Leibern ihre Seelen spendet. Ob diese Bewegung von Gott unmittelbar oder durch Vermittelung der Engel ausgegangen sei, kann vorläufig noch unentschieden bleiben; soviel aber darf als feststehend angenommen werden, daß Gott, indem er als Schöpfer der Formen und Seelen dem einen Wesen eine Prophetenseele, dem anderen hingegen nur eirle Ameisen- oder Wurmseele verliehen, sich in diesem seinen Verhalten keineswegs von unmoralischen Motiven, wie Geiz oder Ungerechtigkeit, habe leiten lassen '). Die Verschiedenheit der Formen und Seelen ist vielmehr durchaus bedingt durch die Verschiedenheit der Körper und Leiber, deren Entelechieen jene sind, denn eine je höhere Entwicklung der Organisinus des Leibes erreicht hat, desto mehr ist derselbe auch befähigt, eine höher entwickelte Seele in sich aufzunehmen. Da die Entwicklung der Organismen aber im menschlichen Leibe auf der höchsten Stufe der Vollkommenheit angelangt ist, so vereinigt sich mit den! menschlichen Leibe auch die höchstentwickelte Seele, d. i. die Menschenseele. Wie aber verträgt sich mit dieser Auffassung der Seele als der Entelechie ihres Leibes und der daraus sich ergebenden Wechselbeziehung zwischen Leib und Seele die Annahme einer Fortdauer der Seele nach ihrer Trennung vom Leibe?4) Bekanntlich hat schon Aristoteles diese Schwierigkeit nur dadurch zu ') Saadia Emunoth we-Deoth VI. S. 98 ed. Leipz.: ואקדם בתחלת מאמרי, כי הבורה יתברך אשר ספרנו ענינו במה שקדם, מתכליה השקר שיאמר עליו שהוה מריע על נברא או שיעול עליו, מפני שכל מקריבם מסתלקים מעליו ועוד כי פעליו כלם ישרים וטובים ועוד כי לה ברה הבריאות כי אם להועילם ולא להזיקם. Uebrigens scheint A. b. D. hier gegen Plato einen Vorwurf zu erheben. Da nämlich, wie oben' gezeigt, die Lehre der Präexistenz voraussetzt, daß die Seelen schon vor der Vereinigung mit den Leibern in ihrer Besonderheit existirt haben, so läge in der That eine Ungerechtigkeit darin, daß dem einen Leibe eine niedrige, dem anderen eine höhere Seele;»gewiesen worden ist. ’) Auf diese Schwierigkeit weist auch Jehnda Halewi hin, Kosari. III, 43. S. 26t.

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