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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 6 · p. Seite 270

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 6
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 270 (sequence 9)
Language
German
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270 Die Religionsphrlosophie des Abraham ibn Daud aus Toledö. einer Präexistenz der., menschlichen Seelen an dem logischen Widerspruch, mit welchem dieser Begriff, wie sich bei näherer Betrachtung herausstellt, innerlich behaftet ist *). Das Dasein der menschlichen Seele kann mithin, da die Seele als die Entelechie ihres Leibes zu gleicher Zeit mit diesem entsteht, vorher weder nothwendig gewesen sein, denn dann müßte ja die menschliche Seele immer existirt und nicht einen zeitlichen Anfang gehabt haben, noch kann ihr Dasein vorher unmöglich gewesen sein, denn dann hätte es niemals zur Wirklichkeit gelangen können. Das Dasein der menschlichen Seele kann daher vor der Schöpfung ihres Leibes nur ein p otentielles gewesen sein. Nun aber ist der Uebergang von dem Zustand der Möglichkeit in den der Wirklichkeit nur vermittelst einer Bewegung denkbar, die ihrerseits wieder mit Nothwendigkeit einen Urheber der Bewegung voraussetzt. Dieser Urheber der das potentielle Dasein der Seelen in die Wirklichkeit übersührenden Bewegung ist Gott, er ist es, der den Kör- י) Em. Ram. S. 36 Text, deutsche llebers. S. 46. Vgl. Jbn-Sina. Schahrest. II. S. 323: ״Er sagt, der Beweis dasür, daß die menschliche Seele bei dem Entstehen des Körpers mitentsteht, liegt darin, daß sie (die Seelen) in der Art und im Begriffe übereinstimmend sind, denn wenn sie vor dem Körper da wäre, so wäre es nur möglich, daß sie entweder vielfach in Betreff des Wesens oder eine in Betreff desselben wäre; es ist nun widersinnig, daß es vielfache in Betreff des Wesens sind, denn ihre Vielfachheit könnte nur entweder von der Wesenheit oder der Form hersein, oder von der Beziehung" u. s. w. Der Sinn der Beweisführung wird auch hier wieder erst durch eine Vergleichung mit A. b. D. verständlich. Der zweite Theil der im Texte wiedergegebenen Demonstration weicht jedoch von der Jbn-Sina's ab und scheint A. b. D« anzugehören. Bei SchahresL. heißt es weiter: ״Er sagt, es ist auch widersinnig, daß sie eine in Betreff des Wesens ist, weil, wenn zwei Körper entstehen, zwei Seelen in ihnen entstehen, so daß es entweder zwei Theile jener einen Seele wären, und das ist widersinnig, weil, was keine Größe und Ausdehnung hat, nicht theilbar ist, oder es müßte die der Zahl nach eine Seele in zwei Körpern sein, und das bedarf keiner großen Anstrengung, um als falsch erwiesen zu werden".

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