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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 6 · p. Seite 267

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 6
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 267 (sequence 6)
Language
German
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Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. 267׳ Sonnenlicht sieht, das Ohr, wenn es einen erschütternden Schall verninimt. Wäre nun das Begriffsvermögen ein körperliches Organ, so müßte es gleichfalls durch die Bildung ungewöhnlich großer und erhabener Begriffe geschwächt werden, während es im Gegentheil desto stärker und kräftiger wird, je erhabener und schwieriger die Begriffe sind, mit denen es sich beschäftigt. Durch fortgesetzte Denkthätigkeit wird auch die Denkfähigseit des Menschen erhöht, so daß derselbe allmälig zu immer höheren Begriffen aufsteigt, von der Beschäftigung mit der Arithmetik zur Planimetrie, von da zur Geometrie und Astronomie *), ohne irgendeine Ermattung seiner Denkkraft zu verspüren. Darum nimmt auch bei denen, die ihr Leben der Wiffenschaft widmen, im Greisenalter die Denkkraft noch zu und erreicht einen höheren Grad von Vollkommenheit, während die Körperkräfte abnehmen und in Verfall gerathen a). Es darf somit nach alle dem als erwiesen betrachtet werden, daß die Bildung abstrakter Begriffe weder durch ein körperliches Organ, noch durch eine körperliche Kraft erfolgt 8). ') dm. Rum. S. 36 Text: כמו שיעלה האדנם מכל מה שישיג מחכמת התשכורת אל כל מה שישיג בחכמת התכונה, עד שיגיע אל חכמת מדירת הארץ והשמיבס מבלי שישיגהו מה לאות או חולשה. ’) Jbn-Sina. Schahrest. II. S. 322: ״Und deshalb kommt den aufsaflenden Kräften durch die Versenkung der Formen in den Organen die Erschlaffung wegen der Dauer der Thätigkeit, und die starken, in Betreff der Auffassung schwierigen Dinge ermüden sie und vernichten sie bisweilen, wie z. B. das Helle Licht das Gesicht und der starke Donner das Gehör" u. s. w. ״Bei der denkenden Kraft aber ist die Sache umgekehrt, denn ihr fortdauerndes Verweilen bei dem Thätigsein und ihre Vorstellung der kräftigen Dinge verschafft ihr Kraft und Leichtigkeit des Aufnehmens". Vgl. Kosari V, 12. S. 897. Dieterici. Die Anthrpologie der Araber (lautere Brüder) S. 17. 3) Jbn-Sina. Schahrest. II. S. 321: ״Es ist also durch alles Dieses wahr, daß der Träger der intelligibeln Dinge kein Körper ist und auch keine Kraft in einem Körper ist, es ist demnach eine intelligibele Substanz, deren Zusammenhang mit dem Körper nicht ein Zusatnmenhang ist, welcher in dem Darimuhen oder Darinversenktsein besteht".

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