Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 4)
- Language
- German
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Die Keligionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo: 265 nehmung Uttd dem wahrzunehmenden Gegenstand'), so z. B. das Auge zwischen der Seele als dem Subjekt und der Farbe und Gestalt als dem Objekt der Wahrnehmung. Welches Bindeglied aber sollte es zwischen uns als dem Subjekt und unserem Wesen als dem Objekt unserer Wahrnehmung geben, da ja jedes Ding mit seinem Wesen identisch und daher eine Vermittlung zwischen ihnen ausgeschloffen ist? a) Jedes der körperlichen Organe ist ferner zwar im Stande, die ihm entsprechenden äußeren Wahrnehmungen zu machen, sich selber aber vermag es nicht wahrzunehmen; so z. B. kann das Auge wohl die anderen Dinge, nicht aber sich selber sehen. Dieser Analogie gemäß würde auch das Begriffsorgan, wenn es ein körperliches wäre. Nicht im Stande sein, sich selber wahrzunehmen. Nun aber kann der Mensch, umsomehr wenn er eine gewisse Kenntniß der Anatomie besitzt, sich von allen seinen leiblichen Organen, seinen äußeren und inneren Körpertheilen eine deutliche Vorstellung machen. Da aber nach dem oben ausgesprochenen Satze das Organ dieser Vorstellung nicht selber zu den vorgestellten Organen oder Körpertheilen gehören kann, so kann es überhaupt kein körperliches Organ sein, das diese Vorstellung zu Stande bringt. Unter allen Geschöpfen ist es ferner der Mensch allein, der ein Bewußtsein von seiner Denkthätigkeit hat, er ist nicht nur wie das Thier befähigt, Wahrnehmungen zu machen und dieselben zu Vorstellungen umzubilden, sondern er ist sich dieser Thätigkeit, indem er sie ausübt, auch zugleich bewußt. Durch welches Organ aber sollte dieses Bewußtsein erzeugt '! Aristot. de somno I, 454, a. 8. ף d'h /teyoßevt] alaihficq, mg evsgyeta, xCvtjaCg ng 61 ä 1: 0 v a 05 [1 a x 0 g rrjg ipvxyg iomv. *) Jbn-Sina. Schahrest. II. S. S2t: ״Es gehört aber zu der Natur dieser Substanz, daß sie ihr Wesen denkt und denkt, daß Denken ihr Wesen ist. und daß nicht zwischen ihr und ihrem Wesen ein Zusammenhang stattfindet und nicht zwischen ihr und ihrem Organ ein Organ vorhanden ist/' u. s. w.