Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 3)
- Language
- German
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264 Die Religionsphilosophie des Mraham ibn Daud aus Toledo. die abstrakten Begriffe nicht durch eine körperliche Kraft gebildet werden können, liegt darin, daß das menschliche Denkvermögen, in sofern es im Stande ist, jeden der unendlich vielen möglichen Begriffe zu denken, eine gewissermaßen in's Unendliche sich erstreckende Kraft besitzt. Jede körperliche Kraft aber ist durch die Endlichkeit des Körpers, dem sie innewohnt, auch auf ein endliches Gebiet beschränkt; mithin kann das auf ein unendliches Gebiet sich erstreckende Begriffsvermögen keine körperliche Kraft sein * *). Die menschliche Seele kann ferner ihre abstrakten Begriffe auch schon aus dem Grunde nicht vermittelst eines körperlichen Organs Hervorbringen, weil sie dann nicht im Stande wäre, sich einen Begriff von ihrem eigenen Wesen zu bilden. Bei allen Wahrnehmungen, die vermittelst eines körperlichen Organs zu Stande kommen, bildet nämlich das betreffende Organ gewissermaßen das Bindeglied zwischen dem Subjekt der Wahr- Getheilten, das Jntelligibele ist ungetheilt, also ruht es nicht in dem Getheilten; was das betrifft, daß der Körper getheilt ist, so haben wir den Beweis dafür schon angeführt; und was das betrifft, daß das Jntelligibele ungetheilt ist, so sind wir damit bereits fertig; was aber das betrifft, daß dasjenige, was nicht getheilt wird, nicht in dem Getheilten ruht, so sind" ü. s. w. vgl. Kosari V, 12. S. 396. *) Em. Ram. S. 34 Text, deutsche Uebers. S. 44. Unser Text hat hier offenbar eine Lücke, er giebt nur den Anfang der obigen Beweisführung, der Schluß hingegen ist ausgefallen, wodurch die Stelle ganz uw verständlich geworden ist. Der entsprechende Passus bei SchahrestLni (II. S. 319), nach dem wir in unserer Darstellung die Stelle ergänzt haben, lautet wie folgt: ״Ferner gehört es zur Natur der vernünftigen Kraft, daß sie der Wirklichkeit nach jedes Einzelne von den der Möglichkeit nach unendlichen, intelligibelen Dingen denkt, nicht Eines vorzugsweise vor dem Anderen, und es steht für uns bereits fest, daß dasjenige, welches über der Möglichteit nach unendliche Dinge Macht hat, unmöglich weder einen Körper noch eine Kraft im Körper zum Träger haben kann". Man vergleiche damit A. b. D.: וכן אבם ישיגכם בכח גשכם, אחר שכבר התאמה שכחות הגשמים בעלי תכלית, לפי שכל גשבם כעל תכלית, ואי אפשר שיחיה [ב]בעל תכלית (כ)כח בלתי בעל תכלית. Ohne Zweifel fehlt hier der Nachsatz, der die eigentliche Konklusion enthalten soll.