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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 5 · p. Seite 215

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 5
Article
Die Tempelpsalmen
Date
1878-01-01
Page
Seite 215 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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Die Religionsphilosvphic des Abraham ibn Daud aus Toledo. 215 Vereinizungspunkt haben, so ist auch die menschliche Seele ein einheitliches Wesen, der Centralpunkt, aus dem all' die verschiedenen im Menschen sich äußernden Kräfte, die vegetativen, die animalischen und die Vernunftkräfte, hervorgehen *). Daß die Seele, dieses Wort in seiner weitesten Bedeutung als das Lebensprincip alles Organischen gefaßt, ein immaterieles Wesen sei, ist schon früher nachgewiesen worden 2). Wie aber verhält es sich in dieser Beziehung mit der menschlichen Seele oder vielmehr mit den dieser allein eigenthümlichen Vernunftkräften? Die Antwort auf diese Frage ergiebt sich freilich schon aus der eben ausgesprochenen Ansicht über die Einheit des menschlichen Seelenlebens, denn wenn schon das organische Leben zu seiner Erklärung eines immateriellen Princips bedarf, so kann doch auch, soll die Einheit des menschlichen Seelenlebens nicht aufgehoben werdeir, für die Vernunftkräfte ') Jbn-Slna. Schahrest. II. S. 318. ״Der fünfte Abschnitt handelt darüber, daß die menschliche Seele eine Substanz ist" u. s. w- ״und daß sie eine, aber ihre Kräfte viele sind". Unserem Philosophen haben aber bei dieser Auseinandersetzung wohl vorzugsweise die Bemerkungen Saadia's vorgeschwebt, der die platonische Dreitheilung der Seele gleichfalls bekämpft, wie ja A. b. D. auch die Benennung der Pflanzenseele als נפש, der Thierseele als רוח und der menschlichen Vernunft als נשמה dem Saudia entlehnt (vgl. Einleitung Monatsschrift Jahrg. 1877, S. 473 Anmerk. 2). Saadia spricht sich über diesen Punkt aus Emunoth ws-Deoth Buch VI, S. 98 ed. Leipz. und im handschriftlichen Iezirakommentar zu I, §. 4. An der letzteren Stelle heißt es: אבן רושם המלאכה בנפש אתה רואהו בג׳ כחות, וחם המחשבה והתאוה והכעס, המחשבה אשר בו תכיר ותבין כל מה תצטרך לידיעתו ולכך נקראת נ ש מ ה שנא׳ ונשמת שדי תבינם, אבל התאוה היא אשר בה מתאוה למאכל ולפיכך נקראת נפש שנא׳ ונפשו מאכל תאוה, אבל הכעס אשר בו יקצוף וייסר ולכך נקרא רוח שנא׳ אל תבהל ברוחך לכעוס. Ebenso Saadia zu Hiob Cap. 1, 6. vgl. Munk .Notice sui• Saadia S. 8 Not. An die Schristbeweise für diese dreifache Benennung der Seele knüpft A. b. D. auch ein Polemik gegen die Ansicht, daß das Wesen der Seele im Blute liege. <Em. Ram. S. 33 Text, deutsche Uebers. S. 13). Diese bekanntlich von Anan, dem Stifter des Karäerthums, ausgesprochene Ansicht wird von A. b. D. fast mit denselben Worten wie von Saadia (Emunoth. VI. S. 96 ed. Leipz.) widerlegt. ') Siehe oben S. 127.

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