Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Tempelpsalmen
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 6)
- Language
- German
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OH' Hi/.MligHnsphilosöphie des Äbrcihärfl ibn Daud aus Töledö. leitete, die Bewegung des Pulses und der Athmungswerkzeuge hingegen eine natnrnothwendige und unfreiwillige ist *). Wie das Pflanzenleben, so umfaßt auch das Thierleben in sich wieder unzählige Abstufungen, von denen die unterste sich fast noch mit dem Pflanzeirlebcn berührt, während die oberste, wie sie z. B. der Affe darstellt, der Menschennatur schon ziemlich nahe kommt. Es bedarf aber trotzdem noch einer wesentlich höheren und über das Thierleben hinausgehenden Entwicklung, damit in dem Organismus die Vollkommenheiten der Menschenseele zur Erscheinung gelangen. Mit den auch dem Menschen verliehenen Kräften der Pflanzen- und Thierseele vereinigt sich in der menschlichen Seele noch die Vernunft als eine dem Menschen allein eigenthümliche Kraft, die derselbe zuerst freilich nur der Möglichkeit nach und erst später auch in Wirklichkeit besitzt. Die der menschlichen Vernunft eigenthümliche Denkthätigkeit unterscheidet sich dadurch von der der Thiere, daß sie nicht gleich dieser auf einzelne Vorstellungen beschränkt ist, sondern auch allgemeine Begriffe zu bilden vermag. Der Mensch allein ist befähigt, aus den verschiedenen, von ihm gemachten Wahrnehmungen das Allgemeine und Gemeinsame herauszufinden, er besitzt das Vermögen der Abstraktion, während das Thier selbst im günstigsten Falle nur zu einem Einzelurtheil über seine Wahrnehmungen zu gelangen vermag *). In der menschlichen Seele sind gewiffermaßen zwei verschiedene Kräfte zu unterscheiden, die sich nach zwei verschiedenen ') Daß auch die Verrichtungen der Thiere und Kinder in gewissem Sinne als freiwillige gelten können, sagt Aristoteles Eth. Nicom. III, 3. 1111, a. 24. lawg yaQ ov xal05g Isyexat, axovoia sivac m 61a itvfjiöv rj 61 imdvfuav, tiq&vov (.ihv yäo oväbv Sn zwv «Man1 £(pun’ Sxovclmg TToctgsi, 0v6’ oi naiSeg. Das. III, 4. 1111, b. 8. tov fx'tv yäq SxorcCov xal mdSsg xal xakla £cö« xoivtoveZ, UQoaiQSffecog 6’ ov. x. x. I. ’) Em. Rai». S. 32 Text, deutsche Uebers. S. 41.