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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 5 · p. Seite 211

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 5
Article
Die Tempelpsalmen
Date
1878-01-01
Page
Seite 211 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. 211 und über die sinnliche Wahrnehmung hinausgehenden Urtheile über die Dinge in Erinnerung, nachdem unsere Aufmerksamkeit sich von diesen längst abgewendet hat. Allerdings steht die Wirksamkeit dieser beiden Kräfte, namentlich bei den Thieren, die ja die Kraft des Gedächtnisses gleichfalls besitzen, oft in inniger Verbindung miteinander. So weckt z. B. die der Abbildungskraft angehörende Erinnerung an irgendeinen Ort oder irgendeine Gestalt zugleich die vom Gedächtniß aufbewahrte Erinnerung an das, was an diesem Orte oder von dieser Gestalt uns Angenehmes oder Unangenehmes widerfahren ist. Darum stieht das Thier ein Haus, in dem ihm einmal ein Schmerz zugefügt worden, und sucht hingegen ein anderes auf, wo es einmal etwas Angenehmes erfahren hat *). Zu diesen zehn, den fünf äußeren und fünf inneren, Sinnen, tritt aber auch noch die Kraft der Bewegung hinzu, die zwiefacher Art ist und einerseits die Ortsbewegung, andererseits die Bewegung des Pulses und der Athmungswerk zeuge hervorbringt. Zwischen diesen beiden Arten der Bewegung besteht der hauptsächlichste Unterschied darin, daß die Ortsbewegung eine freie und vom Willen ge- ') Jbn-Sina. Schahrest. II. S. 815 : ״Ferner die aufbewahrende, erinnernde Kraft, und das ist eine in der Hinteren Höhlung vom Gehirns liegende Kraft, welche das, was die Vorstellungkraft (bei uns: Urtheilskraft) von den nicht wahrgenommenen Bedeutungen in den Wahrnehmungen erfaßt hat, aufbewahrt und die Beziehung der aufbewahrenden Kraft zur Vorstellungskraft (Urtheilskraft) ist wie die Beziehung der Einbildungskraft (Abbildungskraft) zum Gemeinsinn, nur daß es sich bei jener über die Bedeutungen (A. b. D.: ענינים), bei dieser über die Formen handelt". (Siehe oben S. 206 Anmerk.). Jehuda Halewi (Kosari S. 390) stimmt hier genau mit Jbn-Sina und A. b. D. überein. Bemerkenswerth ist, daß A. b. D. die von Jbn-Sina und auch von Jehuda Halewi erwähnten Gehirntheile, in denen die einzelnen Kräfte ihren Sitz haben, durchweg mit Stillschweigen übergeht, vielleicht um auch den Schein einer materialistischen Auffassung des Wesens der Seele zu verhüten. (Siehe oben S. 123). 14*

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