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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 5 · p. Seite 206

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 5
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 206 (sequence 5)
Language
German
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406 Die Religionsphilosophie des Abraham tbn Baud äuß Dotedö. Der dritte unter den inneren Sinnen ist das Einbildung s- oder Kombinationsvermögen, d. i. dasjenige Vermögen, das beim Thiere als Kraft der Einbildung, beim Menschen als Kombinationskraft bezeichnet wird, und dessen Funktion darin besteht, die an den Dingen wahrgenommenen sinnlichen Formen miteinander zu verschmelzen und aus denselden eine neue, nicht wahrgenommene Form zusammenzusetzen. So wird z. B. durch die Einbildungskraft aus den wahrgenommenen ׳Formen von Mensch und Pferd eine neue Form, halb Mensch halb Pferd, zusammengesetzt und aus den wahrgenomohne Zweifel die Ausführungen Ibn-Sina's klarer und durchsichtiger als SchahrestLni wiedergiebt. Gleich zu Anfang wird übrigens in dem uns vorliegenden Text des Kosari (ed. Cassel. S. 387) die Beschreibung zweier durchaus verschiedener Seelenkräfte ineinander geschoben. Es heißt daselbst: אבל הנסתרות תהלתפ£ ההרגשה המשתתפת, כי אשר איננו ערב ואשר הוא ערב לא יושגו כי אבמ בנסיון[.] יצריך לקבוע כה יצורי לשמור צורות המורגשות וגף. Die Beschreibung des Gemeinsinns geht nur bis zu dem Worte וצריך. Die Eigenschaften der Dinge, sagt I. h. L., können freilich nur durch Erfahrung kennen gelernt werden, der Gemeinsinn vermittelt jedoch die Erfahrungen des einen Sinnes an den anderen und überhebt uns dadurch der Nothwendigkeit, fortwährend dieselben Erfahrungen wiederholen zu müssen. (Vgl. oben S. 204). Mit dem Worte וצריך beginnt die Beschreibung einer neuen Kraft, des בה המצייר - בה יצורי bei A. b. D. Diese Beschreibung lautet: וצריך לקבוע בה יצורי לשמור צורות המורגשות. Die dann folgenden Worte bedürfen einer Emendation. In denselben soll, wie ich glaube, der Unterschied zwischen dem בה יצורי und dem בה זוכר angegeben werden, dieser besteht aber,-wie wir später sehen werden, in der Psychologie Ibn-Sina's darin, daß der בה יצורי die durch sinnliche W a h r n e h mung gewonnene Anschauung, der בה זוכר aber das über das unmittelbar Wahrgenommene hinausgehende Urtheil, -also dasjenige vergegenwärtigt, was eigentlich in der Wahrnehmung selbst nicht mitgegeben ist. Weil beide Sinne auf die Vergegenwärtigung eines Vergangenen, der eine aus die einer Anschauung, der andere auf die eines Urtheils, gerichtet sind, hält es Jehuda Halewi für nöthig, um einer Verwechselung vorzubeugen, von vornherein auf diesen Unterschied hinzuweisen. Es ist mithin zu lesen: נמשך] (sc.:והי*־־^ (היצורי (auf die durch den Gemeinsinn erlangte Ge- אל] ההרגשד־־ן המשתתפרת sammtanschauung von den Dingen), והכה הזוכר השומר לשמור בו העניניס אינם] מושגיכם מהמורגשות.]

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