Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 3)
- Language
- German
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204 Die Ueligionsphilvsophie des Abraham ihn Vaud aus Toledo. schliMüd geht A. K D. zu der der inneren Sinneswahrnehmungen mit folgender Bemerkung über: ״Die von Ms bisher erwähnten Sinne (Tastsinn, Geschmack, Geruch, Gehör und Gesicht) sind gleichsam die Späher und Kundschafter, die das B e g e h r u n g svermögen in die Nähe und in die Ferne zu den wahrnehm- Haren Dingen aussendet, und durch die Aussagen derselben erlangt die Seele ihre Kenntniß von den Außendingen". Aber nicht nur die äußeren Sinne stehen, wie sich A. b. D. hier ausdrückt, im Dienste des Begehrungsvermögens, sondern diesem Vermögen sind die sämmtlichen Kräfte der Thierseele, sowohl die Wahrnehmungssinne wie die Kraft der Bewegung, untergeordnet, .damit dasselbe durch deren Hülfe vor dem Schädlichen fliehe und sich dem Angenehmen nähere'). Die fünf äußeren Sinne gehen alle vom Gemeinsinn aus und theilßn ihm, als ihrem Centrum, ihre Wahrnehmungen mit, damit so die Erfahrungen des einen Sinnes durch seine Vermittlung auch jedem der anderen zu Gute kommen, Indem der Gemeinsinn die Wahrnehmungen der einzelnen Sinne sammelt und sichtet, macht er ein Urtheil über dieselben wie über 'hie wahrgenommenen Dinge erst möglich, erspart dadurch Thieren und Menschen, denen dieser Sinn.gemeinsam ist, viele Mühe uyd bewahrt sie vor Täuschungen in den zur Erhaltung des Lebens nothwendigsten Verrichtungen. So verdanken wir z. B. erst der Vermittlung des Gemeinsinnes das Urtheil, daß diese *) Em. Rani. S. 26 Text, deutsche Uebers. S. 35; das. S. 30 Text, deutsche Uebers. S. 39. Jhn-S!»a (Schahrest, II, S. 312): ״Und sie hat zwei Zweige, der eine Zweig wird der begehrende genannt, und das ist eine Kraft, welche zu einer Bewegung antreibt, wodurch von den eingebilbeten Dingen nothwendige oder nützliche aus dem Verlangen nach Vergnügen nahegehracht werden; der andere Zweig heißt der zornige, und das ist eine Krgft, welche zu einer Bewegung antreibt, wodurch die vorgestelltc Sache als eine schlechte oder verderbliche aus Verlangen nach der Ueber- Windung zurückgestoßen wird".