Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 4)
- Language
- German
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164 DA Religionsphilosophie des Abrahym ibn Daud aas Toledo. vielmehr stets alle Erscheinungen im Mineralreich übereinstimmend auf die Wirkung sogenannter Naturkräfte zurückgeführt'). Erst in der Pflanzenwelt hat das Mischungsverhältniß der Qualitäten denjenigen Grad erreicht, der dem Auftreten des höheren Formprincips, das wir Seele nennen, angemessen erscheinta). Die Wirkung der Pflanzensesle äußert sich in drei Hauptfunktionen, die ebensovielen voneinander verschiedenen Seelenkrästen entspringen. Die erste dieser Funktionen ist die Ernährung. Die durch Mischung entstandenen Körper sind nämlich in Folge der in ihnen gleichzeitig vorhandenen Qualitäten der Feuchtigkeit und der Wärme in einem ununterbrochenen Verbrennungs- oder Auflösungsproceß begriffen. Durch die in die Feuchtigkeit dringende Wärme werden deren Stofftheile voneinander getrennt und verdünnt, bis sie in Dunst aufgelöst durch die Poren entweichen. Würde den Körpern für den durch diese Zersetzung entstehenden Abgang kein Ersatz geboten werden, so würden dieselben, nachdem die Zersetzung eins Zeit lang fortgewirkt hat, sich auflösen, bevor sie den ihren! Dasein gesetzten Endzweck erreicht hätten. Die Ernährungskraft hat darum die Aufgabe, für einen genügenden Ersatz Sorge zu tragen, und sie wird hierin von vier, ihr untergeordneten Kräften unterstützt. Vermittelst der Anziehungskraft zieht die Pflanze von den Säften des Erdbodens diejenigen Theile an sich, die sich ihrer Beschaffenheit nach zu einem Ersatz für den erlittenen Abgang eignen. Durch eine zweite Kraft werden die angezogenen Stoffe solange festgehalten, bis sie sich in wirkliche Nahrung verwandelt haben. Eine dritte Kraft, die Kraft der Verdauung und Umbildung, assimilirt sodann die festgehal- '1 Jbn-S!na. (Schahrost. II. S. 302): ״Deshalb sagt man n a t ä rliche Kraft und nennt das Feuer warm von Natur" u. s. w. *J Jbn'Sln«. Schahrest. II. S. 311.