Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 4 · p. Seite 163

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 4
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 163 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829500-2829505-2870558--18042-2870587
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Religionsphilosophie btä Abraham 1611 Daud «US Toledo. 163 weil sie am Meisten der Gegenwirkung der den ihrigen entgegengesetzten Qualitäten ausgesetzt sind, auch am Leichtesten der Vernichtung anheim. Je mannigfaltiger und inniger hingegen die Mischung der Qualitäten ist, auf einer umso höheren Daseinsstufe stehen die mit diesen Qualitäten begabten Körper'). Die der Entstehung der gesammten Körperwelt zn Grunde liegenden Urqualitäten sind die Feuchtigkeit und die Trockenheit. Alles G eformte hat die Verbindung dieser beiden Urqualitäten zur nothwendigen Voraussetzung. Wie die mit der Feuchtigkeit verbundene Nachgiebigkeit die Aufnahme der Formen und Gestalten ermöglicht, so erlangen diese dadurch Dauer und Bestand, daß sie von der Trockenheit festgehalten werden. In gleicher Weise ist bei der Entstehung der durch Mischung von Qualitäten erzeugten Körper die Mitwirkung von Wärme und Kälte erforderlich. Vermittelst der Wärme gehen die Bewegung und der Stoffwechsel, der Ernährnngs- und der Absonderungsproceß vor sich, die Kälte hinwiederum verhindert, indem sie der verzehrenden Wirkung der Wärme hemmend entgegentritt, den allzu raschen und darum nachtheiligen Vollzug dieses Proceffes. Man kann Wärme und Kälte als die aktiven, Feuchtigkeit und Trockenheit als die paffiven Qualitäten bezeichnen *). Es ist jedoch noch nie Jemandem beigekommen, trotz der schon im Mineralreich Herrschenden komplicirten Mischungsverhältnisse und der dadurch sich ergebenden Mannigfaltigkeit der Formen, daraus auf eine hier zur Erscheinung gelangende Seelenthätigkeit zu schließen: man hat ') Siehe oben S. 122 dieses Jahrg. der Monatsschr. *) Aristot. Meteor. IV, 1. Auf. knel Se xexxaqa SomQtdxui alxta mn< GmfyeCmv ... wv xd (ihv Svo noiijxcxd, x0 teyfio 1> xal xd *pvxqov, xd de Svo na 0 1\x 1 xd, xd *qodv xal xd tyodv. Ebenso Jbn-Sina (Schahrest. II. S. 301): ״Was die Qualitäten betrifft, so sind Wärme und Kälte aktive" u. f. w. ״die Feuchtigkeit aber und Trockenheit sind passive" u. f. w. ׳ 11*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.