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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 4 · p. Seite 159

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte der Juden in Arles
Date
1878-01-01
Page
Seite 159 (sequence 15)
Language
German
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159 Zur Geschichte der Juden in Arles. Carl I. beschützt, während dessen Bruder Ludwig ״der Heilige" vom tiefsten Hasse gegen sie erfüllt war, lebten unter Carl H. im Frieden, während dessen Vetter Philipp der Schöne sie aus Frankreich verjagte. Die Klagen des Kalonymos b. K alonymos ') aus Arles über die Hirtenverfolgung und die der Aussätzigen (1320—21) galten nur den Glaubensbrüdern jenseits der Rhone, diesseits herrschte Ruhe. Das provenzalische Volk war nicht etwa ganz frei von Fanatismus, derselbe wurde nur von einer kraftvollen Regierung niedergehalten, er glomm unter der-Asche fort und loderte, als mit der Königin Johanna, der Enkeltochter Roberts des Weisen, (1343—82) die lasterhafte Schwäche auf den Thron kam, zur Hellen Flamme empor. Im Jahre 1344, also ein Jahr nach dem Autritte der Regierung Johannas, kam in der Provence die erste größere Juden- Verfolgung vor. Ein reicher, angesehener, wegen seiner außerordentlichen Wohlthätigkeit bekannter Jnde, Samson aus Reillanne 2) (ßeylhane) wurde mit mehreren Glaubensgenossen beschuldigt, christliche Kinder im Geheimen geschlachtet zu haben. So albern diese Beschuldigung war, so fand sie doch bei der unwissenden fanatisirten Menge Glauben. Die Juden von Reillanne und anderen Orten wurden mißhandelt, und S a ms ons Güter von der Königin dem seigneur de Sault geschenkt. Letztere besaß weder die Energie noch die Macht, der Gewaltthätigkeit zu steuern. Im Jahre 1348 wüthete in der Provence die Pest und wie überall beschuldigte man auch hier die Inden der Vergiftung der Brunnen. In Toulon s) wurden in einer Nacht vierzig Personen getödtet und auch in anderen Ortend ') Eben Bochan Ende. ch Nostradamus p. 384. 3) Papon a. a. O. p. 180. ■*) Unterschrift zu cod. Kenn. 564 and Katalog der Wiener hebr. Handschr. p. 18. Der Ort heißt מלנכ׳א דשטי־ון vgl. Znnz ״Synag. Poesie" p. 43. Grätz Gesch. VII. p. 381. Ebenso wenig wie der erwähnte Orts-

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