Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2829132-2829500-2829504-2870499--18002-2870539- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
128 Die NeligionsphilosoMe des Abraham ibn Daud aus Doledo. Die nunmehr folgende Erörterung über die speeielleren Fragen der Psychologie ist, wie wir schon in der Einleitung bemerkt haben, größtentheils aus den Schriften der arabischen Aristoteliker, vornämlich denen des Jbn-Sina geschöpft. Die Abhängigkeit von dieser Quelle tritt uns schon in den Vorbemerkungen zu diesem Abschnitt entgegen, wo A. b. D. die von ihm angenommene Eintheilung der Seelenkräste zu rechtfertigen sucht * *). Der wahrheitsliebende Leser, sagt A. b. D. daselbst, werde eingestehen müssen, daß die von ihm angenommene Eintheilung der Seelenkräfte vor der, bei der Mehrzahl anderer Schriftsteller, namentlich bei den ״Aerzten" hergebrachten Eintheilung den Vorzug verdiene. Während nämlich diese in der T h i e r s e e l e zwischen Lebens- und S e e l e n k r äften unterschieden und für jede derselben besondere Namen eingeführt hätten 2), erkenne seine Eintheilung als Hauptunterschiede nur die v e g et ati v en, animalischen und manschlich en Seelenkräfte an. Die vegetativen Seelenkräste sind die in den Funktionen der Ernährung, des Wachsthums und der Zeugung sich äußernden Kräfte. Durch die animalischen Seelen- Körpers urtb in demselben als ein Theil enthalten, ebenso wie die Form in dem, aus der Urmaterie und der Form zusammengesetzten, unorg anischen Körper als ein Theil desselben enthalten ist. *) Em. Ram. S. 23 Text, deutsche Uebers. S. 31. *) Em. Ram. S. 23 Text: וכל שכן הרופאיבם שיקראו שמורת כאשר ישימו הכהות החיוניות לברכה והכהות הנפשיות לבדכדת. Wahrscheinlich hat A. b. D. hier Galen im Auge, der sich in diesem Punkte der Lehre der Stoiker angeschlossen hatte. Von den Stoikern berichtet Plutarch <16 prim. frig01 :5 ,2 .־ JZxmxol xal rd nvsvfxa MyovGcv 8v T0cg G(x>[A,acrc ratv ßq8(pmv rq TcsQtxpvgsc Gxo\jL0vG$aL xal fjL8raßäXX0v ix v 08 ׳ (jo g yCv8G&<xc \pv%qv. Dieser Unterscheidung zwischen (pvGcg und 1fjv%q hat auch Galen sich angeschlossen. De natur facult. 1.1. B. II, 1. (Zeller Philos. d. Griech. III, 1. Abth. S. 741). Allerdings bezieht sich diese Unterscheidung bei den Stoikern wie bei Galen hauptsächlich auf die Verschiedenheit von Pflanzen- und Thiecseele, während A. b. D. den Aerzten eine Unterscheidung zwischen Lebens- und Seelenkraft in der Thierseele selbst zuschreibt.