Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 14)
- Language
- German
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Die Rellgiynsphilosophie des Abraham ikm Daud aus Toledo. 123 Anschein nach allerdings ein Wenig bestechende, Beweisführung für die Accidenzialität der Seele durch die, den ״Philosophen" zu entnehmenden, Gegenbeweise zu entkräften; die sonst noch beigebrachten, viel schwächeren Begründungen für die Accidenzialität der Seele können dann, wenn erst dieser Hauptbeweis widerlegt ist, füglich unberücksichtigt bleiben. Unser Philosoph, dem die gefährlichen Konsequenzen nicht entgangen sind, die sich aus dieser materialistischen Ansicht über das Wesen der Seele ergeben würden, wendet nunmehr allen seinen Scharfsinn auf, um den Ungrund dieser Ansicht nachzuweisen. Es ist nicht uninteressant, A. b. D.'s Ausführungen gegen den Materialismus zu folgen. Sehen wir von dem schwerfälligen Rüstzeug der aristotelischen Formeln und Begriffe ab, in dem sich die Darstellung, wie überall, so auch Hier bewegt, so kann doch der Argumentation A. b. D.'s eine gewisse Originalität des Gedankens nicht abgesprochen werden. Den springenden Punkt des vorliegenden Problems hat A. b. D. jedenfalls mit einer Sicherheit und Schärfe getroffen, die kaum Etwas zu wünschen übrig läßt. Freilich tritt auch das Unzureichende der materialistischen Weltanschauung nirgends deutlicher zu Tage als gerade in der Seelenlehre, hier stellt sich von vornherein die Unmöglichkeit, mit dem Princip der mechanischen Welterklärung anszukommen, auf's Unzweideutigste heraus. Die Entstehung organischer Gebilde oder Lebewesen auf physikalischen! Wege, d. h. einzig und allein als das Ergebniß mechanischer und chemischer Ursachen, nachzuweisen, das ist die Aufgabe, die hier an den Materialismus herantritt, an der er nothwendig scheitern muß. A. b. D. legt daher auch diesem Punkte die größte Wichtigkeit bei, alle anderen Beweise treten nur subsidiär zur Unterstützung dieses Hauptbeweises hinzu. Die ch e m i s ch e Beschaffenheit des Sperma, so beginnt A. b. D., unmittelbar auf den Kernpunkt der Frage losgehend.