Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829500-2829504-2870499--17989-2870526- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Religionsphilosophie des Abraham ib» Dand aus Toledo. 115 der ihn bewegenden Seele nicht gleichartig ist, so kann dem Beweger, in diesem Falle also der Seele, das Endziel der Bewegung auch nicht einmal der Möglichkeit nach zugeschrieben werden. Die Seele verleiht dem Körper die BewegNng nach Aegypten, ohne selber auch nur der Möglichkeit nach in Aegypten zu sein, da sie ja ihrer Natur nach überhaupt an keinem Orte ist. Schon hieraus erhellt, wie sehr Beweger und Bewegtes bei jeder Bewegung von einander geschieden werden müssen, eine Identität des Bewegers und des Bewegten, d. i. eine Selbstbewegung ist undenkbar. A. b. D. bezeichnet diesen Satz im Hinblick auf die außerordentliche Wichtigkeit, welche derselbe im weiteren Verlauf der Darstellung für den Beweis vom Dasein eines ersten Bewegers gewinnt, als den Schlüssel, dem wir das Verständniß vieler, sonst schwer zugänglicher, Probleme der Philosophie verdanken, und zur Begründung dieses Satzes werden die bekannten aristotelischen Argumente in ausführlicher Weise dargelegt. Die in einzelnen Fällen uns entgegentretende Identität zwischen dem Subjekt und dem Objekt der Bewegung, fährt unser Philosoph dann fort, beruht nur auf einein täuschenden Schein, indem wir nämlich bei zusammengesetzten Dingen, verführt durch die äußere Vereinigung der T h e i l e zu einem Ganzen, das Auseinanderfalleu dieser Theile in Subjekt und Objekt der Bewegung nicht zu beachten pflegen. Wenn wir bei dem sich selber heilenden Arzte z. B. die, die Heilbewegung vollbringende, Seele von dem der Heilung bedürftigen Körper unterscheiden, so werde« hier Subjekt und Objekt der Bewegung für uns nicht minder erkennbar auseinanderlreten als z. B. bei dem, sein Heilverfahren auf eineil kranken Baum anwendeuden, Landmanlle. In gleicher Weife giebt sich, wenn wir der Sache auf den Grund gehen, bei dein, von einein Orte zlirn andereil sich bewegenden, Menschen die angebliche Identität zwischen Subjekt uttb Objekt der Be- 8'