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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 3 · p. Seite 108

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 3
Article
Der angebliche judäische Peripatetiker Aristobulos und seine Schriften
Date
1878-01-01
Page
Seite 108 (sequence 12)
Language
German
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108 Der angebliche judäische Peripatetiker Aristobul und seine Schriften. b e n haben müssen. Denn die quaestiones erweisen sich ohnehin als unechte sg. philosophische Produktionen. Nicht einmal in seiner Jugend kann Philo solche Absurditäten gesagt haben, wie sie in diesen ״Fragen und Lösungen" Vorkommen. Außerdem enthalten sie ganz andere Allegorien als Philo sie bietet. Manches, was Philo als eigene Auslegung giebt, wird in den quaestiones im Namen von ״vortrefflichen Männern" mitgetheilt. Wie der Vers, der ״Fragen" nach Philo gearbeitet und seine Allegoristik verflacht hat, eben so muß Pseudo-Aristobul später geschrieben haben, sonst hätte derselbe ihn, der doch jedenfalls ein Alexandriner gewesen sein muß, berücksichtigt, sei es um dessen Behauptung von dem Plagiat der Griechen aufzunehmen oder zu widerlegen. Aus dem Citat bei Anatolius, daß Aristobul die Zeit des Paschah oder diaßavqqia bestimmt habe, gerade zur Zeit der Conjunktion des Frühlings-Aeqninoktiums nach dem Stande des Mondes und der Sonne, würde allenfalls folgen, daß er noch zur Zeit gelebt habe, als dieses Opfer dargebracht wurde, also vor dem Untergaug Jerusalems. In der Zeit zwischen Philo und der Tempelzerstörung, zwischen SO und 70, war die judäisch-hellenistische Literatur noch fruchtbar. Die unechten Schriften Philo's, äs ineorrnMdilitats mundi und der Auszug daraus äs nuinäo und andere, ferner das IV. Makkabäerbuch, vielleicht auch einige Sibyllinen gehören dieser Zwischenzeit an. Denn es läßt sich nicht gut denken, daß nach dem Untergang des judäischen Gemeinwesens, als die Leiden sich auch für die außerpalästinensischen Judäer häuften, sie noch Geistesklarheit besessen hätten, philosophische Themata zu behandeln. Fasten wir das bisher Auseinandergesetzte zusammen. Es existirte eine Schrift in zwei Büchern, welche von den Kirchenvätern benutzt wurde, unter dem Autornamen Aristobul oder Agathobul. Der Vers, gab sich als Lehrer des Königs Ptolemäus VI. Philometor aus, dem diese Schrift gewidmet

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