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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 3 · p. Seite 107

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 3
Article
Der angebliche judäische Peripatetiker Aristobulos und seine Schriften
Date
1878-01-01
Page
Seite 107 (sequence 11)
Language
German
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Der angebliche judäische Peripatetiker Aristobul und seine Schriften. 107 Pseudo-Aristeas angesehen wird. Er hat aber überlegter Weise einem Anstoß begegnen wollen. Jener historische Aristobul, kann nur Lehrer des Königs Ptolemäus VH. Physkon gewesen sein, da das 'Sendschreiben im I. 124 ausgestellt und an Aristobul gerichtet, lange nach dem Tode Philometors abgesandt wurde. Aber Ptolemäns Physkon war bekannt als Feind der Judäer; er eignete sich demgemäß nicht zur Rolle eines solchen, der sich für das Judenthum interessirt haben sollte. Daruin schob Pseudo- Aristobul dessen Bruder, Philometor, den Gönner der Judäer, unter. Und diese Escamotage ist ihm gelungen: Nicht bloß die leichtgläubigen Kirchenväter, sondern auch gewiegte Kritiker behaupten noch heute die historische Existenz eines judäischen Peripatetikers Aristobul, der unter Philvmetor gelebt und sein <svvray\M oder exegetischen Bücher an diesen König gerichtet hätte. Hoffentlich wird die Ueberzeugung durchdringen, daß an diesen! Aristobul, an dem Alles falsch ist, auch der Name eine vorgenommene Maske sei. Selbst die Annahme, daß er ein Anhänger der peripatetischen Philosophie gewesen sei, ist aus den Auszügen aus seinen Schriften nicht erwiesen. Stellen, ivelche Zeller zum Beweise dafür anführt (a. a. O. S. 222 N. 7) beweisen nur, daß Pseudo-Aristobul die Existenz einer peripatetischen Schule gekannt, aber nicht daß er selbst dazu gehört hat. Streng genommen kann man ihn nicht einmal als philosophischen Schriftsteller gelten lassen. Wer da behauptet, die griechischen Dichter und Philosophen hätten Alles oder Vieles aus Mose's Nomothesia entlehnt, erweist sich nicht bloß als Charlatan, sondern auch als Flachkopf. Wie vorsichtig ist Philo in diesem Punkte! Er sagt nirgends, daß die Griechen an Mose ein Plagiat begangen hätten (vgl. meine Geschichte B. HL 3. Kd. S. 407 N.). Nur Pseudo-Aristobul und die sogenannten quaestiones philonicae behaupten keck diese Abhängigkeit. Daraus folgt aber gerade, daß beide später als Philo geschrie-

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