Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der angebliche judäische Peripatetiker Aristobulos und seine Schriften
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 13)
- Language
- German
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Der angebliche judäische Peripatetiker Aristobul und seine Schriften. 109 war. Sie redete den König in zweiter Person an. Der Vers, gab sich auch, wie es scheint, als Anhänger der peripatetischen Philosophenschule aus. Er behauptete dar«, daß die griechischen Philosophen Plato, Pythagoras und selbst Sokrates mehr oder weniger aus Mose's Gesetzbuch oder aus dem Judeuthum geschöpft hätten. Er behauptete ferner, daß auch griechische Dichter aus demselben Mancherlei entlehnt hätten. Ganz besonders habe Orpheus den Gottesbegriff und die Offenbarung des Gesetzes anerkannt und seinen Jünger Musäus belehrt, diese zu bekennen und die alten Jrrthümer abzulegen. Honier, Hesiod und noch ein anderer Dichter haben die Heiligkeit und Wichtigkeit des siebenten Tages anerkannt und besungen. Alle diese Denker und Dichter hätten aus dem Gesetzbuche Mose's schöpfen können, weil es sehr früh, noch lange vor der Entstehung der griechischen Uebersetzung des Pentateuchs unter Ptolemäus Philadelphus und Demetrios Phalereus, von Andern, übersetzt worden sei. Diese mosaische Gesetzgebung sei daher von den Trägern der griechischen Gedankenwelt als erhaben, heilig und göttlich anerkannt, worden. Sie sei es auch in der That. Zwar kämen in ihr Ausdrücke vor, welche scheinbar Gott vermenschlichen; aber man müsse hinter dem Wortlaut etwas Höheres suchen. Um die Anthropomorphismen zu eliminiren hat die Schrift eine tropische Auslegung angewendet. Noch hat sie Manches über die Paschahseier und über die Zeit, in welche sie falle, enthalten.