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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 3 · p. Seite 106

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 3
Article
Der angebliche judäische Peripatetiker Aristobulos und seine Schriften
Date
1878-01-01
Page
Seite 106 (sequence 10)
Language
German
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106 Der angebliche judäische Peripatetiker Aristobul und seine Schriften. Ueberlieferung feiner Umgebung, daß unter allen Ptolemäern keiner so sehr die Judäer begünstigt hat und mit ihnen in Verkehr war, wie Philometor. Dieser eignete sich demnach am besten zur Rolle eines Fürsten, der sich fürs Judenthum und judäische Philosophie interessirte, ein Gespräch darüber mit einem Vertreter des Judenthums geführt und eine Schrift darüber sich widmen gelassen haben könnte. Dann hätte der Vers, auch das Sendschreiben der Palästinenser an die ägyptischen Gemeinden wegen der Feier der Tempelweihe gekannt, das an der Spitze des zweiten Makkabäerbuches steht. Die Echtheit dieses Sendschreibens glaube ich gegen alle Anfechtungen bewiesen zu haben (Jg. 1877 S. I fg. 49 fg.). Es ist an die ägyptischen Judäer nnb ganz besonders an ״Juda(?) Aristobul, den Lehrer des Königs Ptolemäus von demGeschlechte der gesalbten Priester" gerichtet. Diesem Sendschreiben entnahm die Aristobulische Schrift die Thatsache, daß ein Judäer bei einem Ptolemäer die Funktion eines Lehrers gehabt hat. Wollte der Vers, die Fietion durchführen, daß ein judäischer Philosoph einen Ptolemäer über das Judenthum belehrt hat, so eignete sich wiederum keiner besser zu dieser Rolle, als eben dieser Aristobul, der Lehrer des Königs Ptolemäus. Clemens Alexandrinus und Anatolius geben ausdrücklich an, daß der Vers, der Aristobulischeu Schrift mit Aristobul, dem Lehrer des Königs identisch ist. Wahrscheinlich haben diese Kirchenväter diese Identität in der Schrift selbst gelesen. Haben sie sie bloß combinirt, so waren sie von richtigein kritischen Takt geleitet. Das Sachverhältniß ist auch nicht anders aufzufassen. Der Vers, hat sich mit diesem Aristobul, den Lehrer des Königs Ptolemäus identificirt, um seine Fabel von dem Zwiegespräche eines judäischen Philosophen mit einem Ptolemäer glaublicher zu machen. Der Vers, hieß keinssweges Aristobul; er verdient nur den Namen Pseudo- Aristobul, wie der Vers, des Aristeas-Briefes nur als

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