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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 3 · p. Seite 102

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 3
Article
Der angebliche judäische Peripatetiker Aristobulos und seine Schriften
Date
1878-01-01
Page
Seite 102 (sequence 6)
Language
German
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102 Der angebliche judäische Peripatetiker Aristobul und seine Schriften. sen werden, daß das Gesetz eines der Hauptfesie mit dem astronomischen Gange in Einklang gebracht habe. Nur die Fälschung blickt aus jeder Zeile dieser Schrift hinaus. Ein Schriftsteller, welcher dem Orpheus ein judäisches Glaubensbekenntniß in den Mund legt, welcher von Homer und Hesiod den Sabbat preisen läßt und noch dazu in einem homerischen Vers, in welchem ״der vierte Tag" vorkommt, ״den vierten" in den ״siebenten Tag" verändert, welcher durch Aenderung eines Wortes beweisen will, daß Aratos nicht vom7Zeus, sondern von dem Gott Israels gesprochen, welcher behauptet, daß die grie- Agathobulos und Aristobulos war ein und derselbe Namen. Epikurs Bruder wird von einem Schriftsteller Agathobulos und von einem andern Aristobulos genannt (vgl. Pauly, Reallexicon 8. v.).׳ Aristobuls Gvvmyiia hatte in einigen Codices oder in einigen Excerpten aus dessen Schrift den Namen Agathobulos, und Anatolius, kritiklos wie er war, hat zwei Schriftsteller daraus gemacht. Da nun Aristobul den Beinamen ÖLÖaGxaXog führte, so konnte Anatolius sagen, beide hätten diesen Beinamen gehabt: äfjMpOTSQwv twv smxXryv foda&xaXoov. Zum Beweise, kann die Bemerkung über die Paschah-Zeit dienen, welche Anatolius nur aus Aristobuls Schrift citirt: cO Ss *AQMfrößovXog Hier läßt er den Agathobulos völlig fallen. Wir können also den Agathobulos eliminiren; aber wir gewinnen auch aus dieser Notiz, daß der Aristobul, welcher auch über die Paschah-Zeit eine Art astronomische Bemerkung gemacht hat, den Beinamen ״Lehrer" geführt hat, d. h. mit dem in dem Sendschreiben der Palästinenser an die ägyptische Gemeinde genannten StSaaxaXog ÜTolefiaCov rov ßaöcXmg identificirt wurde. — Was das og sv rolg sß80i1i\xovm xarscXeyfjtsvog betrifft, so will Valckenaers Einwand nicht viel sagen, daß dieser Name unter den im Aristeasbrief aufgezählten 72 Dollmetschern in unserem Texte sich nicht findet. Wer kann denn für die Richtigkeit aller dort aufgezühlten Namen bürgen? Kann nicht Anatolius oder ein Vorgänger den Namen Aristobulos darunter gelesen haben? Hat er ihn gelesen, so konnte er die Combination machen, daß derselbe, welcher den beiden Ptolemäern die exegetischen Bücher gewidmet hat, zugleich einer der 72 Dollmetscher gewesen sei. Solchergestalt hat Anatolius' Text sein richtiges Verständniß. Allerdings, kopflos combinirt hat er jedenfalls, daß er den Verfaffer der exegetischen Bücher unter Philometor mit dem Dollmetscher unter beiden Ptolemäern, Philadelphus und seinem Vater, identificirt hat. Er hat sich von einer falschen Tradition im christlichen Kreise dazu verleiten lassen.

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