Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der angebliche judäische Peripatetiker Aristobulos und seine Schriften
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 3)
- Language
- German
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4>er angebliche judäiscke Peripatetiker Äristobut und sein« Schriften. 9S erklärt die Schrift das Stehen Gottes außerordentlich gezwungen, und diese Geschraubtheit macht eine weitläufige Auseinandersetzung nothwendig. Das Stehen bedeute die von Gott singesetzte feste Ordnung in der Natur, daß der Himmel niemals Erde werde und umgekehrt, daß Thiere und Pflanzen dieselben bleiben, daß also Alles unveränderlich sei und seine Veränderung und seinen Untergang in sich selbst habe. Neu ist dagegen, was die Schrift von der dritten Anthropomorphie auslegt. Die Auslegung ist ebenfalls schwerfällig gehalten und ergeht sich in Tautologien. Das Niedersteigen Gottes auf den Berg — nach der Schrift — ist zur Zeit geschehen, damit alle die Kraftthätigkeit Gottes einsehen sollen: ״Denn dieses Niedersteigen ist augenscheinlich, und man könnte es, mit der Wahrung des Begriffes von Gott, so auslegen. Es wird im Gesetzbuchs erzählt, daß der Berg im Feuer gebrannt, weil Gott herabqestiegen ist, Stimmen von Posaunen seien vernommen worden und loderndes Feuer sei ohne Brennstoff gewesen. Da nämlich nicht weniger als 100 Myriaden der Menge — ohne die Unmündigen — rings um den Berg in einem Umkreise von nicht weniger als fünf Tagereisen versammelt waren, so ist das Feuer von jedem Orte aus, wie sie lagerten, allen diesen sichtbar gewesen, so daß dieses Niedersteigen nicht räumlich anzunehmen ist — denn Gott ist überall. Indem die Macht des Feuers, das doch Alles verzehrt, so wunderbar war, daß es ohne Stoff brannte und nicht verzehrte, zeigte es nicht, daß ihm eine göttliche Macht innewohnte? Das auf jenem Berge Wachsende, das doch sehr verbrennlich war, wurde nicht verzehrt, sondern jede Pflanze blieb vom Feuer unberührt. Die Schälle der Posaunen wurden mit dem Erscheinen des blitzenden Feuers außerordentlich vernommen, ohne daß solche Instrumente wahrnehmbar waren, auch nicht Einer, welcher Töne ausgestoßeu, sondern Alles ist durch göttliche Veranstaltung geschehen. Dadurch 7*