Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der angebliche judäische Peripatetiker Aristobulos und seine Schriften
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 2)
- Language
- German
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98 Der angebliche judäische Peripatetiker Aristobul und seine Schriften. stobulische Schrift die Anthropomorphismen auslegt oder allegorisirt, zeugt keinesweges von Geist, wie denn auch der Styl Schwerfälligkeit und Unbeholfenheit in philosophischer Terminologie verräth. Der Eingang beginnt damit, den König zu belehren, wie die Darstellung im Pentateuch aufzufassen sei. Aber ohne Beweisführung wird vorausgesetzt, daß hinter dem scheinbar verfänglichen Worte ein sehr tiefer Sinn stecke. ״Ich will Dich ermahnen", so redet Aristobul oder die Schrift den König an, ״die Ausdrücke in einem höheren Sinn zu nehmen, einen angemessenen Begriff von Gott festzuhalten, und nicht in eine falsche und menschenähnliche Vorstellung zu gerathen, denn oft verkündet unser Gesetzgeber tu dem, was er sagen will, wenn er auch von anderartigen Dingen spricht — ich meine dem Scheine nach — eine höhere, (philosophische) Darstellung und die Ordnung erhabener Dinge" 1). Statt eines Beweises für die Noth- Wendigkeit einer höheren Auffaffung der Anthropomorphismen, wird ein Cirkelschluß gemacht und auf die Bewunderung seitens der Philosophen und Dichter für Mose's Weisheit und göttlichen Geist und auf die Entlehnung von demselben hingewiesen. Sodann geht die Schrift auf drei anthropomorphische BezeiAtungen ein'): auf die ״Hand Gottes", das ״Stehen Gottes", und ״Herabsteigen Gottes". Das Erstere hört sich wenigstens gut an: ״Hand" bedeute ״M a ch t", was auch in der gewöhnlichen Redeweise gebraucht werde, dagegen ’) Das. p. 376b.: naoaxaXicrai di de ßovXofxat 7rpo; to <p vo <• x w? Xa/ußdvscv zag ixdoyag xal zijv ctQfio&vaav ivvoiav negl ■dsov xqovsZv, xai!xi] ex71C7zrstv sig to /ivürndsg xal äv&Qwmvov xazäazqua. JloXXaxwg ydq 0 ßovXezai Xiyecv b vo/xo&iTrjg Mmarjc, i(p Stiocnv nQayßdTwv Xoyovg noiovfisvog-Xiym de rwv xazä x'qv imcpdvsiav -(pvaixag dia&saeig dnayyiXXsi xai j1zyd/.0)v irgayfiärow xataaxevag. Unter (pvrnxog meint der Vers, nach stoischer Terminologie, was mir Metaphysik nennen, die Erkenntniß von dem Urgrund der Wesenheit. ') Das. 376 ä. 377.