Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der angebliche judäische Peripatetiker Aristobulos und seine Schriften
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 8)
- Language
- German
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5(5 Der aiigebliche judüische Peripatetiker Aristobul imb feine Schriften. ferner, ״auf das göttliche Wort zu hören". Dieser Eingang erfordert doch nothwendig den fernern Gedankengang, die Beschaffenheit, den Ursprung und die Offenbarung dieses Wortes auseinanderzusetzen. Das Poem muß also von Mose und von dem Gesetze auf zivei Tafeln, von dem Dekalog, sprechen. Folglich sind die Verse von jndäischer Färbung, obwohl sie nur bei Ensebius enthalten sind, eben so echt oder unecht wie der Eingang. Justinus und Clemens haben aber aus diesem Poem nur diejenigen Verse ausgezogen, welche dem Zwecke ihrer Beweisführung dienen sollten. Nur Eusebius hat das Ganze fast vollständig mitgetheilt, aber auch nicht Alles, denn auch bei ihm fehlen Verse, welche bei Justin und Clemens Vorkommen*), wahrscheinlich weil das Ercerpiren ihm zu langweilig schien, und er nichtssagende Verse weglasien zu dürfen vermeinte. Nur die Annahme, daß sämmtliche 4t und noch mehr Verse ein einheitliches Ganze bilden, erklärt die in der Aristobulischen Schrift aufgestellte Behauptung, daß Orpheus aus Mose emlehnt habe. Wären die judäisch-klingenden Verse nicht darin enthalten gewesen, so wäre ja die Beweisführung hinfällig gewesen. Es ist also kritisch gewiß, daß die Aristobulische Schrift eine ganze Reihe von Versen enthalten hat, welche beweisen sollten, daß der gefeierte alte griechische Dichter Orpheus nicht nur den Gottesbegriff des Judenthums und die Art, wie er offenbart worden, gekannt, sondern ihn auch empfohlen und die heidnische Anschauung bekämpft habe. Dieser Dichter wurde , mit Bedacht zur Beglaubigung der Mystification gewählt, weil er als Stifter der mystischen Sekte galt, welche neben einer Artspeculativen Theosophie eine asketische Lebensweise (oqxptxdg ßtog) *) Hinter V. 20 haben nämlich Justin und Clemens einen V. nctciv yäq ü'vrjmlg!Jvijval xöqui sialv hv öaaoig. Darauf bei Justin noch ein V.: 3Aa-^evseg 6' iSssiv, der bei Clemens fehlt, dafür hat dieser einen anderen: /juxqccI insi. Alle diese Verse fehlen bei Eusebius.