Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 554 (sequence 15)
- Language
- German
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554 Die Religivnsphilosophie des Abraham Um Daud aus Toledo. betrifft, so wird bei der Behandlung der einzelnen Fragen zunächst die philosophische Seite derselben erörtert, und erst dann, wenn diese nach der Meinung des Verfassers völlig erschöpft ist, wird durch Schristbelege in einem besonderen Anhang die Uebereinstimnlnng der Lehre des Judenthums mit der eben entwickelten philosophischen Ansicht nachgewiesen *). Die Schriftauslegung A, b. D.'s bekundet oft eine erstaunliche Gewandtheit in der Deutung des Bibelworts zu Gunsten irgendeines philosophischen Gedankens oder einer logischen Distinktion, die ihm selber annehmbar erscheint. Natürlich kann es aber bei dem, von seinem Standpunkt aus allerdings erklärlichen, Streben, für jeden Satz der arabisch-aristotelischen Philosophie einen Beleg in der heiligen Schrift zu finden, auch an den allererzwungensten Schriftauslegungen nicht fehlen. Charakteristisch für diese Art von Exegese ist der wunderliche Versuch, aus dem hochpoetischen I39ten Psalm die aristotelische Kategorieenlehre abzuleitena), ein Unternehmen, dessen Sonderbarkeit selbst den mit den Gewaltsamkeiten der philosophischen Exegese vertrauten Leser überraschen muß. Unserem so klarblickenden Philosophen scheinen allerdings die Bedenken nicht entgangen zu sein, die sich gegen die Angemessenheit dieser Art von Schriftauslegung erheben, er weiß sich über dieselben jedoch hinwegzuhelfen durch die Erklärung, man könne in der heiligen Schrift eine unverhüllte Darstellung philosophischer Gedanken gar nicht erwarten, weil sich dieselbe dann völlig dem Verständniß des Volkes etnziehen würde. Die ') Ein« Ausnahme macht der letzte Theil des Buches von S. 75 (Text) bis zu Ende, wo die Schriftstellen in die Darstellung selber hineingezogen werden. Dieser Theil behandelt die Authenticität der Schrift, die in derselben verkommenden metaphorischen Ausdrücke, die schriftgemäfie Auffassung der Willensfreiheit u. s. 1u., lauter Fragen, die ihre Erledigung vornämlich durch Auslegung von Bibelstellen finden; darum war hier eine Verknüpfnng von Darstellung und Schriftauslegung zweckentsprechender. a) Ein. Ram. 2. 8 Text, deutsche Ucbers. S. I t.