Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 549 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Religion» Philosophie des Abraham ibn Daud ans Toledo. 549 und die kleinliche Art gewisser Gelehrten, indem er dieselben auf Grund eines, einem arabischen Schriftstellers entnommenen, witzigen Gleichnisses als ״Fadendreher" bezeichnet. Ein Weiser nämlich vergleicht den Zustand des Menschen in diesem irdischen Leben dem Zustand eines Sklaven, dem man unter gewissen Bedingungen nicht nur die Freiheit, sondern dazu noch die Verleihung einer Königskron« versprochen habe, wenn es ihm nämlich gelänge, alle Hindernisse zn überwinden, eine Wallfahrt (nach Mecka), zu unternehmen und dort die Festesseier zu begehe!:. Sollte er jedoch das Ziel der Wallfahrt nicht erreichen, dieselbe aber wenigstens unternvnunen haben, so habe er zwar auf die Königskrone keinen Anspruch, doch sei die Freiheit ihm gewährt. Allein wenn er die Wallfahrt auch nicht einmal arigetreten hätte, dann müßte er für immer Sklave bleiben. Will nun der Sklave den ausgesetzten Preis erringen, so muß er zunächst, ohne sich allzulange bei unbedeutenden Einzelheiten aufzuhalten, die Vorbereitungen zur Reis« treffen, sodann die Wallfahrt so schnell wie möglich antreten und unaufhaltsam ihrem Ziel nachstreben. Will Jemand jedoch bei der Vorbereitung zur Reise jede», noch so unwahrscheinlichen Fall in Erwägung ziehen, dann wird er niemals zur Reise selber kommen, denn die Zahl der möglichen Fälle, auf die sich seine Vorkehrungen dann erstrecken müßten, ist eben unerschöpflich. So könnte er z. B. die kostbare Zeit mit ״Fadendrehen" verschwenden, weil er möglicher Weise eines Fadens bedürfen würde, um den Schlauch, in dem er Wasser mit sich führen würde, zu flicken, w e n n derselbe etwa reißen sollte. Die Thätigkeit so manches Brodgelehrten ist nichts weiter als solche Fadendreherweisheit. Die Pflege der Fach- Wissenschafter:, die, wie die Arzueikuude und die Rechtswissenschüft'), nur für dieses irdische Leben nutzbar sind, ist der Be- ') Wie aus der weiteren Darstellung ersichtlich ist, stellt A. b. D. die Mcdicin doch noch über die Jurisprudenz.