Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 12 · p. Seite 548

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 12
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1877-01-01
Page
Seite 548 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829486-2829499-2870379--17826-2870411
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

548 Sie- Religio nsphikosoyhie des Abraham ibn Dand aus Toledo. heilen und deren verschiedene Heilniethoden zu studieren, sie erschöpfen ihre ganze Kraft mithin in der Sorge für die Gesundheit des Thieres. Damit soll nicht etwa der Werth der medicinischen Wissenschaft bestritten werden, mittelbar kann dieselbe sogar auch die höheren, idealen Bestrebungen fördern, indem sie dem Menschen durch Erhaltung und Verlängerung des Lebens die Möglichkeit gewährt, in seinem Streben nach dem Ziele immer weiter fortzuschreiten und eine immer höhere Stufe der Vollkommenheit zu erreichen. Allein Nichts desto weniger thut derjenige, der in der Beschäftigung mit dieser Wissenschaft den ausschließlichen Zweck seines Daseins erblickt, seiner Seele Gewalt an. Noch viel weniger ist es der Würde des Menschen ensprechend, sein ganzes Leben der Erforschung der Sprache und ihrer Regeln zu widmen '), oder gar dem Studium der Arithmetik und der Lösung spitzfindig ersonnener Aufgaben, die in Wirklichkeit gar niemals zur Anwendung kommen^); ein nothwendiges Erforderniß für die Wissenschaft ist nur die Pflege desjenigen Theiles der Arithmetik, die der Astronomie und ihren Berechnungen dient. Das Studium der Fachwissenschaften, wenn es auch in seiner Jsolirung hinter dem eigentlichen Zweck der menschlichen Erkenntniß zurückbleibt, ist jedoch immerhin noch achtungswerth, solange ihm ein reines, wissenschaftliches Interesse zu Grunde liegt. Geradezu verächtlich aber ist die Erniedrigung der Wissenschaft zu Erreichung materieller Zwecke, zum Broderwerb, zur Befriedigung der Eitelkeit und Ruhmsucht u. s. w. A. b. D. verspottet diesen banausischen Betrieb der Wissenschaft ') Wohl im Hinblick auf das in jüdischen Kreisen damals so eifrig betriebene Studium der Grammatik. Beschränkung im Studium der Grammatik, der Sprachkunde, der Dichtkunst empfiehlt auch Bachja ibu Pekuda. Thor V, 5. *) Das von A. b. D. angeführte Beispiel ist freilich ein ziemlich einfaches Rechenexempel. ,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.