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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 12 · p. Seite 547

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 12
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1877-01-01
Page
Seite 547 (sequence 8)
Language
German
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Di« Religionsphilosophis des Abraham ibn Daud auS Toledo. 547 schließlichkeit widmet, daß er darüber dm eigentlichen Zweck aller Wissenschaft, die nur durch die Philosophie zu erlangende Aufklärung über die höchsten Fragen ganz nnd gar vergißt. Als Maaßstab für die Benrtheilnng des Werthes der einzelnen Wissenschaften darf in erster Reihe nicht ihre praktische Verwendbarkeit im Leben, sondern muß ihre ideale Bedeutung angenominen werden., ihr Rang bestimmt sich nach dem größeren oder geringereit Beitrag, den sie der Philosophie zur Lösung der höchsten Fragen $u bieten vermögen. Das Verhältniß der einzelnen Wissenschaften zu einander und zur Wissenschaft überhaupt, d. i. zur Philosophie, stellt A. b. D. in folgendem überaus trefsenden Gleichniß dar *). Erkenntniß und Wissenschaft, sagt er, bilden den Vorzug des Menschen vor allen anderen Geschöpfen und sind daher auch als das der Eiltwicklnng des Menschen gesteckte Ziel zu betrachten. Die Einzelwissenschaften aber stellen gleichsam eine Stufenfolge von Erkenntnissen dar, die zu der letzten nnd allen gemeinsamen, der Erkenntniß Gottes führen soll. Für die Erreichung dieses Zieles hat der Leib des Menschen keine andere Bedeutung als für denjenigen, der sich ein bestimmtes Reiseziel gesetzt hat, das Reitthier, ans dem er seine Reise zurttckzulegen gedenkt. Nun aber giebt es Menschen, die aus Mangel att Einsicht gar niemals an die Erreichung ihres Zieles denken, sondern sich immer nur mit der Versorgung ihres Reitthiers zu schaffen machen. Der Sinn der Einen ist nur ans Speise und Trank gerichtet, ihr ganzer Lebenszweck geht also gleichsain iu der Sorge für das Futter des Thieres auf, andere wieder legen übermäßigen Werth aus äußeren Aufwand, auf Luxus in Kleidung u. s. w., ihnen also scheint nur die Schönheit des Sattels, des Geschirrs, der Zügel n. s. w. am Herzen zu liegen, wieder andere, und das sind die Aerzte, verbringen ihr ganzes Leben damit, alle nur erdenklichen Krank- *) Ein. Ram. S. 45 Text, deutsche Uebers. S. 57. 35*

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