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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 11 · p. Seite 513

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 11
Article
Über die Bedeutung des drei und siebzigsten Psalms
Date
1877-01-01
Page
Seite 513 (sequence 16)
Language
German
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Ucbei' die Bedeutung des drei und siebzigsten Psalms. 5b; ich kommen werde, sagt er, in die Heiligthümer Gottes *), dann werde ich ihr (der Bösen) Ende erkennen. Denn nur auf glatlein Boden stellst du sie, dir läßt sie zerfallen in Rauchwolken*). Wie sind sie plötzlich zii Nichts gewordsii, gänzlich dahingerafft durch Schrecken! Wie ein Traum beim Erwachen (dahinschwindet), wirst bn o Gott mit Schreckeil ״) ihr Bild verwerfen". Man stehet es bem Sänger an, wie sehr er mit sich kämpft, um sich nicht von den bloßen Wahrnehmungen irre leiten zu lassen, wie er sich bemüht, die Thatsachen von einem richtigeren Gesichtspunkte zu beurtheilen ilnd endlich pr Ueberzeugung gelangt, wie Vieles, bald Neid und Aerger, bald Zweifel und Unruhe in seinenl Herzen erregte, nilr Schein und Blendwerk sei. Ist es nun dem also, ist das Glück der Frevler ohile Halt und Dauer, ist alle Wohlfahrt, alles Glück und Gedeihen, dessen sie sich rühmen, und Trug uird Täuschung, wie thöricht wäre es dann, so sehr sich davon bestimmen ,mb beeinflussen zu lassen, unr an die göttliche Gerechtigkeit, so wie an den Lohn der Tugend zu zweifeln. Der Sänger bekennet dies indem er spricht. ״Wenn mir gährt (vor Neid) mein Herz, wenn ich Stechen fühle in meinen Nieren, dann bin ich dirmru und ohne Einsicht, wie ein Thier bin ich vor dir. Aber ich bin beständig bei dir, du ersoffest meine Rechte. In deinem Rathschlusse ivirst du mich leiten und, ivenn aller Glanz dahin ist, ivirst du mich nehmen*). ') Heiligthümer Gottes sollen hierGeheimnisse GotteS bezeichnen. Vgl. Kimchi. ’) Vgl. Jud. 20,40. Ez. 17, 9, Mischna Rosch Haschana II, •I. Ebenso läßt sich NU: למשאות (Ps. 74,8) erklären. Dieser Ps. wurde während der Verfolgungen des Antiochos Epiphanes geschrieben, welcher die Thore des Tempels und viele Häuser in Jerusalem verbrennen ließ. Vgl. Makk. I, 4,38, II. 1,8. Jos. aut. XII, 7: NU: משאות hieß also: fortwährende Rauchwolken. 3) Das Wort בעיר macht den Exeg. große Schwierigkeiten. Allein עיר lJer. 15,9) übers. Septuag. durch t.tjotxog, ebenso der Syr. durch רלוחיא. Es ist wahrscheinlich verwandt mit ציר. *) Vgl. Hiob (19, 26) ואחר עורי was ebenfalls bedeutet: wenn meine Haut dahin ist. תקח:י kann hier in ähnlichem Sinne aufgefaßt werden wie 1 B. M. 5, 24. Eine ähnliche Auffassung hat auch Ibn Esra. Kranket, Monatsschrift s*vi. 11. 33

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